Das TEIKEI-Arbeitsmodell ist aus der praktischen Frage entstanden, wie lokal organisierte, gemeinschaftsgetragene Ernährung mit Produkten ergänzt werden kann, die klimatisch oder saisonal nicht vor Ort angebaut werden können, ohne dabei wieder in klassische Markt- und Beschaffungslogiken zu geraten.
Viele lokale SoLaWi- und CSA-Strukturen funktionieren relativ stabil, solange sie sich auf regionale Erzeugung beschränken. Doch genau dort erreichen viele Projekte auch ihre natürliche Kapazitätsgrenze: Über längere Zeit wird es schwierig, Verlässlichkeit, Vielfalt und kontinuierliche Beteiligung auszubalancieren – und damit auch Mitglieder dauerhaft zu halten. Sobald ergänzende Produkte von den Mitglieder der CSA benötigt werden, entstehen zudem oft Brüche in Planung, Verantwortung und Transparenz, weil dafür meist auf (Bio)Grosshandel ausgewichen wird.
TEIKEI adressiert genau diese Schnittstelle: Durch Vernetzung können lokal verwurzelte Projekte ihr Produktangebot sinnvoll erweitern, ohne ihre Prinzipien zu verlieren. So steigt die Attraktivität und Stabilität der lokalen Strukturen – und die Projekte werden in ihrer regionalen Basis gestärkt, statt durch externe Logiken ausgehöhlt zu werden.
TEIKEI baut auf bestehenden lokalen Gemeinschaften auf. Dazu zählen Höfe, Hofgemeinschaften, Bestellgemeinschaften oder andere Zusammenschlüsse, die ihre Ernährung gemeinschaftlich organisieren.
Diese Gemeinschaften:
Organisatorisch sind sie auf Länderebene angebunden, aktuell beispielsweise über de.teikei.shop (weitere Ebenen sind z.B. ch.teikei.shop, se.teikei.shop). Dadurch bleiben Sprache, rechtlicher Rahmen und alltägliche Organisation national verortet. Die europäische Ebene entsteht durch Verbindung zwischen Gemeinschaften und den Sammellagern der Höfe.
Innerhalb dieser Struktur können Gemeinschaften ihr bestehendes Angebot gezielt erweitern. Die Erweiterung erfolgt über bereits bestehende Ernteangebote aus anderen Regionen Europas.
Typische Ergänzungen sind:
Diese Erzeugnisse stammen von Höfen oder Hofzusammenschlüssen, die ebenfalls gemeinschaftsgetragen arbeiten und ihre Ernten im Voraus planen. Die Ergänzung ersetzt keine lokale Produktion, sondern erweitert den bestehenden Erntekreis der Gemeinschaft.
Ziel ist es, dass jede Gemeinschaft über das TEIKEI-Netzwerk ihre Grundversorgung mit Lebensmitteln zuverlässig abdecken kann – lokal verwurzelt, europa-regional vernetzt und transparent organisiert.
Ein zentrales Element des Modells ist die gemeinsame Planung. Auf der Plattform werden nicht nur Produkte dargestellt, sondern konkrete Rahmenbedingungen geklärt:
Diese Parameter unterscheiden sich bewusst zwischen den Gemeinschaften. Das System bildet diese Unterschiede ab, ohne sie zu vereinheitlichen. Planung ersetzt spontane Verfügbarkeitslogik.
Die Planung erfolgt verbindlich und wird durch Vorauszahlung abgesichert. Dadurch entstehen klare Rahmenbedingungen für alle Beteiligten.
Effekte dieser Struktur:
Durch den gemeinschaftlichen Absatz werden Risiken entlang der Schnittstellen zwischen Erzeugung, Lager und Absatz deutlich minimiert.
Da Bestellungen in festen 12-Monats-Rhythmen organisiert sind, entsteht eine langfristige Transparenz über Bedarfe und Produktionsanforderungen.
Auswertbar sind unter anderem:
Diese Auswertungen ermöglichen:
Langfristig ist die Struktur so ausgelegt, dass nicht einzelne Produkte, sondern Regionen als Akteure sichtbar werden. Eine Region umfasst dabei:
Regionen können sich mit anderen Regionen verbinden und ihre Ernten aufeinander abstimmen. Die Agora bildet diese Beziehungen ab und unterstützt ihre Koordination (Informationsfluss, Warenfluss und Geldfluss).
Das Logistikmodell folgt der bestehenden Struktur der Gemeinschaften und Regionen. Aktuell werden Produkte aus mehreren Herkunftsregionen (z. B. Peloponnes und Kreta) gebündelt, in ein nationales Verteillager transportiert und von dort an Gemeinschaften und Höfe in Deutschland, Schweiz und Schweden verteilt.
Zusätzlich ist Palettenversand zwischen Höfen und Gemeinschaften innerhalb eines Landes möglich, etwa für Produkte, die weder intern noch lokal verfügbar sind.
Digitale Schnittstellen unterstützen dabei:
Durch den gemeinschaftlichen Absatz werden Risiken reduziert, die sonst an den Übergängen zwischen Erzeugung, Lagerung und Absatz entstehen. Daraus ergeben sich angepasste Anbauplanungen auf den Höfen und eine erhöhte Sicherheit im Absatz.
Ergänzend ermöglichen Mitgliedschaften und ein transparentes Preismodul die Finanzierung eines verlässlichen Grundkostenbeitrags für die Hofstrukturen sowie für die Plattform und die zentralen Koordinationsstellen. Dadurch werden Planungssicherheit, Zugang zu gesunden Lebensmitteln, Kontinuität und langfristige Stabilität im gesamten Netzwerk gestärkt.
Das war die urpsrungseite von TEIKEI