Das Brutto-Inlands-Reproduktionsprodukt (BIRP) ist ein vorgeschlagenes Maß für die langfristige Tragfähigkeit einer Wirtschaft.
Während das Bruttoinlandsprodukt (BIP) misst, wie viel wirtschaftliche Aktivität innerhalb eines bestimmten Zeitraums stattfindet, fragt das BIRP:
Wie gut ist ein System in der Lage, seine eigenen Voraussetzungen für die Zukunft zu erhalten und zu erneuern?
Im Mittelpunkt steht nicht die Menge der erzeugten Transaktionen.
Im Mittelpunkt steht die Fähigkeit zur Reproduktion.
Das Bruttoinlandsprodukt misst wirtschaftliche Leistung.
Es erfasst unter anderem:
Dadurch entsteht ein Bild der aktuellen wirtschaftlichen Aktivität.
Das BIP beantwortet jedoch nicht die Frage, ob die Grundlagen dieser Aktivität erhalten bleiben.
Ein wachsendes BIP kann gleichzeitig einhergehen mit:
Das BIP misst Bewegung.
Es misst nicht, ob die Bewegung langfristig tragfähig ist.
Das Brutto-Inlands-Reproduktionsprodukt stellt eine andere Frage:
Wie oft kann sich dieses System unter vergleichbaren Bedingungen in Zukunft noch selbst hervorbringen?
Dabei geht es um die Fähigkeit eines Systems, seine eigenen Grundlagen zu erhalten oder sogar zu verbessern.
Eine Wirtschaft reproduziert sich nicht allein durch Geld.
Damit Versorgung dauerhaft möglich bleibt, müssen verschiedene Grundlagen erhalten werden:
Zwei Regionen erzeugen denselben wirtschaftlichen Umsatz.
Region A erzielt diesen Umsatz durch:
Region B erzielt denselben Umsatz durch:
Im klassischen BIP erscheinen beide Regionen ähnlich erfolgreich.
Im BIRP unterscheiden sie sich deutlich.
Region B erhöht ihre Fähigkeit zur zukünftigen Selbstreproduktion.
Region A verringert sie.
Die rekursive Netzwerkökonomie betrachtet nicht nur einzelne Ergebnisse.
Sie betrachtet die Bedingungen zukünftiger Ergebnisse.
Deshalb passt das BIRP besonders gut zu einer rekursiven Sichtweise.
Die entscheidende Frage lautet nicht:
Wie viel wurde heute erwirtschaftet?
Sondern:
Wie stark wurden die Voraussetzungen geschaffen, damit morgen erneut Versorgung, Gemeinschaft und Wertschöpfung entstehen können?
Das BIRP versucht sichtbar zu machen:
Wie viele zukünftige Zyklen werden durch die heutige Wirtschaft gestärkt?
Je höher die Fähigkeit eines Systems,
desto höher ist sein reproduktiver Wert.
Im TEIKEI-Verständnis ist eine Wirtschaft dann erfolgreich, wenn sie ihre eigenen Grundlagen stärkt.
Eine Ernte ist nicht nur erfolgreich, weil sie Ertrag bringt.
Sie ist erfolgreich, wenn gleichzeitig:
Das Brutto-Inlands-Reproduktionsprodukt versucht genau diese Perspektive sichtbar zu machen.
Es ergänzt die Frage nach der aktuellen Leistung um die Frage nach der zukünftigen Wiederholbarkeit.
Das Bruttoinlandsprodukt fragt:
Wie viel wirtschaftliche Aktivität findet heute statt?
Das Brutto-Inlands-Reproduktionsprodukt fragt:
Wie gut kann sich dieses System morgen, nächstes Jahr und in der nächsten Generation erneut hervorbringen?