Rekursive Geldwirkung beschreibt die Tatsache, dass die Wirkung einer Geldtransaktion nicht dort endet, wo das Geld ankommt.
Jede Zahlung erzeugt weitere Zahlungen.
Jede Investition ermöglicht weitere Investitionen.
Jeder Geldfluss setzt neue Geldflüsse in Bewegung.
Die tatsächliche Wirkung eines Geldes entsteht deshalb nicht nur durch die erste Transaktion, sondern durch die gesamte Kette nachfolgender Entscheidungen.
Eine Organisation kauft ein Stück Regenwald, um es dauerhaft zu schützen.
Auf den ersten Blick entsteht eine positive Wirkung:
Der Wald bleibt erhalten.
Gleichzeitig erhält die verkaufende Seite Geld.
Dieses Geld wird anschließend erneut eingesetzt.
Die weitere Wirkung hängt nun davon ab, was mit diesem Geld geschieht.
Es kann beispielsweise verwendet werden für:
Es könnte jedoch auch in Aktivitäten fließen, die wiederum neue ökologische oder soziale Schäden verursachen.
Die Wirkung der ursprünglichen Transaktion endet daher nicht mit dem Kauf des Regenwaldes.
Sie setzt sich über weitere Geldflüsse fort.
Viele Wirkungsanalysen betrachten nur die unmittelbare Wirkung einer Maßnahme.
Die rekursive Geldwirkung erweitert den Blick.
Sie fragt:
Wenn Geld dauerhaft regenerative Wirkung entfalten soll, reicht es nicht aus, einzelne gute Transaktionen zu erzeugen.
Entscheidend ist die Gestaltung von Geldsystemen, in denen möglichst viele nachfolgende Transaktionen ebenfalls regenerative Wirkung entfalten.
Die Qualität eines Geldsystems zeigt sich deshalb nicht nur an einzelnen Investitionen, sondern an den langfristigen Wirkungsketten, die daraus entstehen.
Die rekursive Netzwerkökonomie betrachtet Geld nicht als isoliertes Tauschmittel.
Geld wird als Träger von Beziehungen, Handlungsmöglichkeiten und zukünftigen Entscheidungen verstanden.
Deshalb richtet sich der Blick nicht nur auf die Frage:
Wohin fließt das Geld?
Sondern auch auf die Frage:
Welche weiteren Geldflüsse und Handlungsmöglichkeiten entstehen dadurch?
Je mehr nachfolgende Transaktionen Bodenaufbau, Gemeinschaft, regionale Versorgung, Wissen und regenerative Entwicklung unterstützen, desto höher ist die rekursive Qualität eines Geldsystems.