„Schutz der lokalen Versorgung“ beschreibt ein grundlegendes Prinzip im TEIKEI-Netzwerk.
Gemeint ist damit keine Abgrenzung nach außen, sondern eine klare Reihenfolge in der Verantwortung:
Zuerst kommt das lokale Angebot.
Dann kommt das regionale Angebot.
Erst danach kommt das europa-regionale Angebot.
TEIKEI beginnt also dort, wo bereits konkrete Beziehungen, Höfe, Abholorte, Mitglieder und gemeinschaftliche Strukturen vorhanden sind. Erst wenn vor Ort etwas nicht verfügbar ist oder sinnvoll ergänzt werden kann, kommen regionale oder europa-regionale Verbindungen hinzu.
Schutz der lokalen Versorgung bedeutet deshalb:
Was vor Ort wächst, erzeugt, verarbeitet oder gemeinschaftlich getragen wird, soll zuerst vor Ort sichtbar, verteilt und abgenommen werden.
Damit der Schutz der lokalen Versorgung praktisch verständlich wird, braucht es eine klare Unterscheidung zwischen lokal, regional und europa-regional.
Lokal ist das, was direkt um einen Hof oder um einen einzelnen Abholort herum entsteht.
Dazu gehören zum Beispiel:
Lokal bedeutet also: unmittelbare Beziehung zwischen Produzierenden und Mitgliedern an einem konkreten Ort.
Wer lokal dazugehört, hat Zugang zum vollständigen Angebot dieser Struktur.
Regional ist der gemeinsame Versorgungsraum mehrerer lokaler Strukturen.
Am Beispiel des KEWI-Netzwerks bedeutet das:
Freiburg & Region ist die regionale Ebene.
Hier werden verschiedene Höfe, SoLaWis, Foodcoops, Verteilpunkte und Kooperationsprojekte miteinander verbunden.
Regional sind zum Beispiel:
Regional bedeutet: mehrere lokale Strukturen wirken zusammen.
Europa-regional ist die Ebene zwischen Regionen und Ländern.
Das betrifft zum Beispiel Verbindungen zwischen Deutschland und Griechenland oder anderen Anbauregionen innerhalb Europas.
Europa-regionale Angebote sind zum Beispiel:
Diese Angebote ergänzen die Versorgung dort, wo bestimmte Lebensmittel vor Ort nicht wachsen oder nicht saisonal verfügbar sind.
Europa-regional bedeutet: Ergänzung aus verbundenen Regionen, nicht Ersatz für lokale Versorgung.
TEIKEI stärkt regionale Landwirtschaft strukturell, und somit die bestehende Versorgung vor Ort.
Denn ohne eine klare Schutzlogik entsteht schnell folgende Dynamik:
Ein Produkt aus einer anderen Region ist günstiger, besser verfügbar oder einfacher zu organisieren – und verdrängt dadurch das lokale Angebot.
Ein einfaches Beispiel:
Wenn Karotten vor Ort angebaut werden, sollen diese Karotten nicht durch Karotten aus einer anderen Region ersetzt werden, nur weil sie günstiger sind.
Wenn Gemüse in einer Region wächst, soll dieses Gemüse auch dort gegessen werden.
Wenn ein Hof Kartoffeln, Brot, Eier oder Obst anbietet, darf dieses Angebot nicht durch externe Produkte ersetzt werden, bzw der Hof soll die Produktion in seinem engen Umkreis verteilen.
Der Kern ist:
Lokale und regionale Angebote dürfen nicht gegen europa-regionale Angebote ausgespielt werden.
Ein zentraler Punkt ist die Preislogik.
Europa-regionale Angebote können:
Dadurch entsteht ein struktureller Vorteil.
Wenn diese Angebote direkt mit lokalen Angeboten konkurrieren, verliert nicht das schlechtere Produkt, sondern die schwächere Struktur.
Deshalb schützt dieses Prinzip:
Es schützt nicht ein Produkt, sondern die Grundlage der Versorgung.
Im Alltag bedeutet das:
Das betrifft Produkte, Beziehungen, Logistik und Kommunikation gleichermaßen.
Die Zugänge unterscheiden sich je nach Ebene.
Das lokale Angebot ist an Zugehörigkeit gebunden.
Zum Beispiel:
Nur wer Teil dieser Struktur ist, bekommt Zugang zum lokalen Vollsortiment.
Das regionale Angebot entsteht über den gemeinsamen Versorgungsraum.
Ein Mensch kann über einen Abholort oder eine Gemeinschaft auf regionale Kooperationsangebote zugreifen.
Diese können Produkte mehrerer Partner:innen umfassen und kombiniert werden.
Europa-regionale Angebote werden über die TEIKEI Agora zugänglich gemacht.
Der Zugang erfolgt zum Beispiel über:
Diese Angebote ergänzen die lokale und regionale Versorgung.
Am KEWI-Netzwerk wird das Prinzip konkret sichtbar.
Lokal ist das, was direkt um einen Hof oder Abholort passiert:
Regional ist Freiburg & Region als gemeinsamer Versorgungsraum.
Europa-regional ist die Verbindung zu anderen Regionen, zum Beispiel nach Griechenland.
So wird sichtbar:
Der Aufbau beginnt beim konkreten Ort und wird erst danach erweitert.
Der Schutz der lokalen Versorgung bedeutet nicht, dass alles lokal stattfinden muss.
Die Ebenen ergänzen sich:
So entsteht ein System, das nicht abhängig macht, sondern verbindet.
Dieses Prinzip ist Teil der Struktur eines verbundenen Netzwerks.
Das Netzwerk wächst nicht durch Verdrängung, sondern durch Verbindung.
So bleibt das System stabil und gleichzeitig offen für Zusammenarbeit.
Der Schutz der lokalen Versorgung sorgt dafür, dass die Agora kein beliebiger Marktplatz wird.
Er macht sichtbar:
Und er stellt sicher:
Zuerst wird das gestärkt, was vor Ort wächst.
Dann wird ergänzt, was sinnvoll fehlt.