Die regionale Kooperation in der TEIKEI Agora braucht eine klare Einstiegslogik.
Denn die Angebote sollen nicht wie gewöhnliche Produkte erscheinen, die unabhängig von Beziehung, Mitgliedschaft oder Verantwortung bestellt werden können.
Im Mittelpunkt steht die Frage:
Wie kommt ein Mensch in eine tragfähige Beziehung zu einem Hof, einer Gemeinschaft oder einem Angebot?
Dieses Schaubild zeigt, wie die unterschiedlichen Zugänge zusammenhängen.
Es macht sichtbar, dass ein Angebot nicht einfach isoliert bestellt wird, sondern immer aus einer bestimmten Zugehörigkeit, Verantwortung oder Beteiligung heraus entsteht.
Viele Höfe und Projekte arbeiten nicht nach klassischer Marktlogik.
Sie tragen ihre Arbeit über:
Diese Formen dürfen in der Agora nicht unsichtbar werden.
Wenn nur das einzelne Produkt sichtbar ist, entsteht leicht der Eindruck, man könne einfach etwas bestellen, ohne die Struktur dahinter mitzutragen.
Genau das soll vermieden werden.
Der Einstieg ist deshalb nicht nur ein technischer Schritt.
Er zeigt, zu welcher Struktur ein Mensch gehört, welche Verantwortung mitgetragen wird und über welche Beziehung ein Angebot zugänglich wird.
Regionale Kooperationsangebote sollen grundsätzlich nicht als reine Einmalbestellungen verstanden werden.
Auch ein saisonales Angebot wie Kirschen, Spargel, Kartoffeln oder Brot kann als Ernteanteil abgebildet werden.
Der Unterschied liegt in der Haltung:
Ein Ernteanteil ist nicht nur eine Ware. Er ist eine Beteiligung an einer realen Ernte, an einem begrenzten Angebot und an einer Struktur, die getragen werden muss.
Das bedeutet:
Ein Angebot wird nicht nur deshalb verfügbar gemacht, weil Nachfrage besteht.
Es wird verfügbar gemacht, weil eine konkrete Ernte, ein konkreter Hof, eine konkrete Gemeinschaft oder eine konkrete Kooperation dahintersteht.
Wenn ein Hof Kirschen anbietet, kann daraus ein begrenzter Kirsch-Ernteanteil entstehen.
Dieser Ernteanteil richtet sich nicht nach maximaler Nachfrage, sondern nach dem, was in einem durchschnittlichen Jahr verantwortbar verfügbar ist.
Das bedeutet:
Ein Kirsch-Ernteanteil ist also keine Verkaufsaktion.
Er ist eine begrenzte Beteiligung an einer konkreten Ernte.
Für den Zugang zu Angeboten braucht es eine klare Zugehörigkeit.
Diese Zugehörigkeit kann auf unterschiedlichen Wegen entstehen.
Ein Mensch wird Mitglied beim jeweiligen Hof, bei der SoLaWi, der Foodcoop oder dem Projekt.
Dann können die dort vorgesehenen Angebote genutzt werden.
Das betrifft vor allem lokale Angebote.
Dazu gehören zum Beispiel:
Diese Angebote bleiben in der Verantwortung des jeweiligen Projekts.
Die TEIKEI Agora kann diesen Einstieg sichtbar machen und verlinken. Sie ersetzt ihn aber nicht.
Ein Mensch kann auch über eine regionale Gemeinschaft oder einen Abholort Zugang zu bestimmten Angeboten bekommen.
Dieser Zugang betrifft vor allem regionale Kooperationsangebote.
Dabei geht es zum Beispiel um:
Wichtig ist:
Der regionale Zugang bedeutet nicht automatisch, dass alle lokalen Hofangebote für alle verfügbar werden.
Lokale Angebote bleiben lokal, solange sie nicht bewusst für den regionalen Zusammenhang freigegeben werden.
Ein Mensch kann Teil der TEIKEI Agora werden und dadurch Angebote nutzen, die über die Agora organisiert werden.
Das betrifft vor allem europa-regionale Angebote und Ergänzungen.
Auch hier geht es nicht um beliebige Einmalbestellungen, sondern um eine verbindliche Form des Mittragens.
Die TEIKEI Agora kann zum Beispiel Zugang ermöglichen zu:
Auch dieser Zugang braucht eine klare Beteiligung.
Wer die Agora nutzt, soll die Struktur mittragen.
Die drei Einstiegswege stehen nicht beliebig nebeneinander.
Sie bauen aufeinander auf.
Die Grundlogik lautet:
Dabei gilt:
Ein Mensch kann mehrere Zugänge gleichzeitig haben.
Zum Beispiel:
Je nach Zugehörigkeit verändert sich das sichtbare Angebot.
Wer lokal Mitglied ist, sieht mehr lokale Angebote.
Wer nur über einen regionalen Abholort eingebunden ist, sieht vor allem regionale Kooperationsangebote.
Wer über die TEIKEI Agora eingebunden ist, sieht europa-regionale Ergänzungen.
Jedes Kooperationsprojekt sollte für die Agora folgende Punkte definieren:
Erst wenn diese Fragen geklärt sind, kann das Angebot sauber in der Agora abgebildet werden.
In der Agora muss klar sichtbar sein, über welchen Einstieg ein Angebot zugänglich ist.
Ein Angebot sollte deshalb nicht nur mit einem Produktnamen erscheinen.
Es braucht zusätzlich eine erkennbare Einordnung:
So wird verhindert, dass Mitglieder den Zusammenhang falsch verstehen.
Langfristig braucht es ein gemeinsames Verständnis darüber, wie Kosten getragen werden.
Dazu gehören standardisierte Formate für:
Diese Formate müssen nicht überall gleich sein.
Aber sie sollten so klar beschrieben werden, dass Mitglieder verstehen, woran sie sich beteiligen.
Besonders wichtig ist:
Eine regionale Kooperation darf nicht dazu führen, dass Kosten unsichtbar werden.
Wenn ein Angebot über eine gemeinsame Infrastruktur sichtbar wird, muss auch geklärt werden, wer diese Infrastruktur trägt.
Bevor ein Angebot in der Agora sichtbar gemacht wird, sollten folgende Fragen geklärt werden:
Die Einstiegslogik schützt die Beziehung zwischen Hof, Projekt und Mitglied.
Sie sorgt dafür, dass Angebote nicht aus ihrem Zusammenhang herausgelöst werden und dass die Agora nicht zu einem gewöhnlichen Online-Shop wird.
Die Agora soll den Einstieg erleichtern, aber die Verbindlichkeit nicht abschaffen.
Sie macht sichtbar: