Landwirtschaft und gemeinschaftlich organisierte Versorgung bewegen sich nie in vollständig planbaren Bedingungen.
Ernten können schwanken, Wetterereignisse können Produktionsmengen verändern, Logistikketten können gestört werden und Preisentwicklungen können sich anders entfalten als ursprünglich angenommen.
Deshalb braucht eine tragfähige Preislogik nicht nur eine Kalkulation der aktuellen Kosten, sondern auch eine Form der gemeinschaftlichen Absicherung. Genau dafür stehen der Stabilitätsfonds und der Ausfall-Fond.
Die Kategorie „Ausfall- & Stabilitätsfonds“ umfasst die Instrumente, mit denen das System auf Unsicherheiten, Schwankungen und Ausfälle reagieren kann.
Dazu gehören insbesondere:
Diese beiden Elemente gehören zusammen, weil sie beide der Absicherung dienen. Gleichzeitig haben sie unterschiedliche Aufgaben.
Der Stabilitätsfonds dient dazu, Preisbildung über einen längeren Zeitraum planbarer und tragfähiger zu machen.
Er ist nicht in erster Linie für den Ausnahmefall gedacht, sondern für den Ausgleich von Schwankungen, die im normalen Verlauf eines landwirtschaftlichen oder logistischen Systems immer wieder auftreten können.
Er hilft dabei,
Ohne einen Stabilitätsfonds müssten Veränderungen oft unmittelbar in einzelne Preise eingerechnet werden.
Das würde Preisgestaltung unruhiger, schwerer planbar und für Höfe, Organisator:innen und Mitglieder weniger verlässlich machen.
Der Stabilitätsfonds trägt deshalb dazu bei, dass das System nicht bei jeder Schwankung sofort aus dem Gleichgewicht gerät.
Der Ausfall-Fond dient der Absicherung gegen konkrete Ausfälle und schwerwiegendere Störungen.
Er ist dort relevant, wo nicht nur allgemeine Schwankungen auftreten, sondern tatsächliche Lücken, Verluste oder Ausfälle entstehen, die sonst direkt auf einzelne Betriebe oder Produkte zurückfallen würden.
Er hilft dabei,
Gerade im landwirtschaftlichen Zusammenhang gibt es Ereignisse, die sich nicht vollständig vermeiden lassen.
Wenn solche Ausfälle ohne Absicherung direkt auf einzelne Produzierende oder einzelne Produkte durchschlagen, wird das System verletzlich.
Der Ausfall-Fond ist deshalb ein Ausdruck von Verantwortung im Netzwerk.
Beide Instrumente gehören zur Absicherung, aber sie haben nicht dieselbe Funktion.
Diese Unterscheidung ist wichtig, damit sichtbar bleibt, dass nicht jede Unsicherheit dieselbe Qualität hat.
Die Kategorie „Ausfall- & Stabilitätsfonds“ macht sichtbar, dass Preisbildung nicht nur aus aktuellen Kosten besteht, sondern auch mit der Frage zu tun hat, wie mit Unsicherheit umgegangen wird.
Sie zeigt,
Ohne diese Kategorie würde Preisbildung zu kurzfristig gedacht.
Im TEIKEI-Kontext ist diese Kategorie besonders wichtig, weil sie den Unterschied zwischen marktförmiger Abwälzung und gemeinschaftlicher Absicherung sichtbar macht.
In klassischen Preislogiken werden Risiken häufig unsichtbar gemacht oder einseitig nach unten weitergereicht – auf Höfe, Erntehelfer:innen oder einzelne Glieder der Lieferkette.
TEIKEI versucht, diese Logik zu durchbrechen.
Stabilitätsfonds und Ausfall-Fond machen deutlich, dass Unsicherheiten nicht verdrängt, sondern gemeinsam getragen werden können. Das entspricht dem Grundgedanken solidarischer Landwirtschaft: Nicht nur Erträge, sondern auch Unsicherheiten werden in eine gemeinschaftliche Verantwortung überführt.
Nachdem sichtbar geworden ist, wie das System mit Schwankungen und Ausfällen umgeht, folgt die letzte Ebene der Preisbildung: die Abwicklung.
Dort geht es um Zahlungsanbieter, Mehrwertsteuer sowie weitere Steuern und Abgaben, die erst im Moment der Weitergabe und Bezahlung wirksam werden.