Dieser Eintrag dokumentiert, wie nationale Logistikkosten bei TEIKEI nachvollziehbar ausgewertet und zugleich solidarisch in die Preisgestaltung integriert werden.
Ziel ist nicht, für jeden Abholort einen isolierten Einzelpreis zu definieren. Ziel ist vielmehr, reale Logistikkosten transparent zu verstehen und daraus eine faire, tragfähige und gemeinschaftlich verantwortete Preislogik für alle beteiligten Gemeinschaften einer Agora oder Region abzuleiten.
Die Preisbildung im TEIKEI-Netzwerk folgt dem Prinzip der FairShare-Rate. Diese umfasst den Anteil für die Produzierenden, die Logistikkosten und die gemeinwohlorientierte Infrastruktur. Die Bestandteile werden regelmäßig überprüft und transparent kommuniziert. Ebenso trägt das Netzwerk auch die Plattform- und Grundstruktur solidarisch mit.
Bei nationalen Stückgut- oder Palettenlieferungen unterscheiden sich die realen Transportkosten je Zielort teils deutlich. Gründe dafür sind insbesondere:
Diese Unterschiede werden bei TEIKEI intern ausgewertet, um die Kostenstruktur besser zu verstehen.
Für die Preisgestaltung nach außen folgt daraus jedoch nicht, dass jeder einzelne Abholort einen eigenen, spitz berechneten Logistikpreis erhält. Stattdessen werden die Kosten solidarisch über alle Gemeinschaften verteilt, die innerhalb einer Agora oder eines gemeinsamen nationalen bzw. regionalen Lieferraums zusammenkommen.
Das entspricht dem Grundgedanken von TEIKEI: Nicht jede Gemeinschaft trägt nur ihre isolierte Position, sondern alle Beteiligten tragen die Versorgungsstruktur gemeinsam. Die AGB beschreiben diese Logik ausdrücklich als solidarische Preisbildung und als gemeinschaftlich getragene Struktur entlang der gesamten Lieferkette. oai_citation:4‡Allgemeine Geschäftsbedingungen für TEIKEI Agora – Stand 05-2025 | TEIKEI Wiki.pdf
Für Lieferungen an TEIKEI-Gemeinschaften ist grundsätzlich das Erreichen einer definierten Mindestbestellmenge vorgesehen. Wird diese nicht erreicht, greift der Anpassungs-Wizard mit den bekannten Optionen Verschiebung, Anpassung oder Gutschrift. Auch neue Bestellgemeinschaften werden nur in Absprache mit dem TEIKEI-Team eingerichtet, wobei Mindestmengen, logistische Anbindung und organisatorische Betreuung geklärt werden.
Gleichzeitig verfolgt TEIKEI das Ziel, die Beteiligung nicht unnötig hochschwellig zu machen. Deshalb wurden die Mindestmengen bewusst auf ca. 25 Kisten reduziert, um mehr Menschen die Möglichkeit zu geben, am Angebot teilzunehmen, sich lokal zu vernetzen und neue Gemeinschaften mit aufzubauen.
Diese Entscheidung führt dazu, dass der Logistikanteil nicht allein aus einer einzelnen günstigen Beispielrechnung abgeleitet wird, sondern als solidarisch tragfähiger Richtwert angesetzt wird. Daher wurde ein Logistikanteil von 0,57 € je kg gewählt. Dieser Wert soll nicht nur aktuelle Durchschnittskosten abbilden, sondern auch kleinere Gemeinschaften mittragen, die bei rein spitzer Berechnung deutlich höhere Kosten hätten.
Eine rein ortsbezogene Einzelkalkulation würde dazu führen, dass abgelegenere, kleinere oder neu entstehende Gemeinschaften strukturell benachteiligt würden. Gerade diese Orte sind jedoch oft entscheidend, wenn das Netzwerk wachsen, sich regional verbreiten und neue Beziehungen entstehen sollen.
TEIKEI entscheidet sich deshalb bewusst gegen eine Preislogik, bei der jede Gemeinschaft nur ihre exakt verursachten Logistikkosten trägt. Stattdessen gilt:
So wird nicht nur Effizienz belohnt, sondern auch der Aufbau lebendiger Versorgungsbeziehungen ermöglicht.
Für die interne Auswertung wird weiterhin mit einer nachvollziehbaren Grundformel gearbeitet:
Netto-Logistikkosten je kg = Netto-Transportkosten ÷ Gesamtgewicht
Zusätzlich kann intern je Zielort gerechnet werden:
Netto-Logistikkosten je Zielort pro kg = Netto-Transportkosten je Zielort ÷ Gewicht je Zielort in kg
Diese zweite Berechnung dient jedoch der Analyse, nicht der direkten Preisweitergabe an Mitglieder.
Eine ausgewertete Transportrechnung umfasste sechs Lieferziele mit einem Gesamtgewicht von 3.576 kg und gesamten Netto-Logistikkosten von 1.220,42 €. Daraus ergibt sich ein rechnerischer Durchschnitt von 0,3413 € pro kg netto, gerundet 0,34 € pro kg.
| Zielort | Gewicht | Netto-Transportkosten | Interner Netto-kg-Preis |
|---|---|---|---|
| Freiburg | 543 kg | 213,74 € | 0,3936 € |
| Darmstadt | 504 kg | 207,64 € | 0,4120 € |
| Bad Krozingen | 543 kg | 213,74 € | 0,3936 € |
| Speyer | 356 kg | 146,82 € | 0,4124 € |
| Witzenhausen | 592 kg | 243,49 € | 0,4113 € |
| Lenggries | 1.038 kg | 194,99 € | 0,1879 € |
Die Rechnung zeigt deutlich, wie stark sich die reinen Kosten pro Zielort unterscheiden können. Lenggries lag in diesem Beispiel deutlich unter den übrigen Zielorten, während Speyer den höchsten rechnerischen kg-Wert aufwies.
Die Beispielrechnung ist hilfreich, um die reale Transportstruktur sichtbar zu machen. Sie ist jedoch nicht identisch mit dem Preisansatz, der im Netzwerk verwendet wird.
Denn ein Durchschnitt von 0,34 € pro kg aus einer einzelnen Rechnung reicht nicht aus, um ein solidarisches und langfristig tragfähiges Modell abzubilden. Gründe dafür sind unter anderem:
Deshalb kann ein bewusst gewählter solidarischer Logistikansatz oberhalb einzelner Rechnungsmittelwerte liegen.
Vor diesem Hintergrund wurde ein Logistikanteil von 0,57 € je kg gewählt.
Dieser Wert erfüllt mehrere Funktionen gleichzeitig:
Die Entscheidung für 0,57 € je kg ist damit nicht Ausdruck ungenauer Kalkulation, sondern Ausdruck einer bewussten solidarischen Preisgestaltung.
Die nationalen Logistikkosten sind nur ein Teil der Gesamtpreisbildung. Im TEIKEI-Netzwerk gehören typischerweise mehrere Ebenen dazu:
Die AGB benennen hierfür sowohl die FairShare-Rate als auch den Plattformbeitrag von derzeit 10 % des Produktwertes als Teil der gemeinschaftlich getragenen Grundstruktur.
Die solidarische Verteilung der Logistikkosten schafft mehr als nur eine Rechenmethode. Sie schafft einen Raum, in dem neue Gemeinschaften entstehen können, ohne von Beginn an durch zu hohe Einzelkosten ausgeschlossen zu werden.
Die Reduktion auf ca. 25 Kisten als Liefermenge erleichtert den Einstieg für kleinere Gruppen. Der gewählte Logistikansatz von 0,57 € je kg schafft die wirtschaftliche Grundlage dafür, dass dieses niedrigere Einstiegstor nicht zulasten einzelner Gemeinschaften geht, sondern gemeinschaftlich getragen werden kann.
So verbindet TEIKEI Transparenz mit Solidarität:
TEIKEI wertet nationale Logistikkosten intern detailliert aus, berechnet sie jedoch nicht isoliert je Abholort an die Mitglieder weiter.
Stattdessen werden die Kosten solidarisch über alle Gemeinschaften verteilt, die in einer Agora oder in einem gemeinsamen regionalen bzw. nationalen Logistikraum zusammenkommen.
Die bewusste Reduktion der Liefermenge auf ca. 25 Kisten und der gewählte Logistikansatz von 0,57 € je kg dienen genau diesem Ziel: mehr Menschen sollen Zugang zum Angebot erhalten, neue Gemeinschaften sollen entstehen können, und die Vernetzung im TEIKEI-Netzwerk soll nicht an einer rein spitzen Logikkalkulation scheitern.
Die interne Beispielrechnung vom 10.03.2026 bleibt dabei ein wichtiges Transparenzinstrument. Sie zeigt die reale Kostenstruktur auf und hilft, Preisentscheidungen nachvollziehbar und verantwortungsvoll weiterzuentwickeln.