Entwicklung & Community › … › TEIKEI Gründungs-Abklärungskonferenz · 4 Min. Lesezeit · Beschlossen – so wird es sein
Vor über zehn Jahren habe ich (Felix Schröder) mit der Lebensmittelkampagne angefangen.
Die Idee war eigentlich einfach: Gute Lebensmittel direkt von Höfen zu Menschen bringen – und daraus langfristige Beziehungen entstehen lassen.
Daraus sind über die Jahre TEIKEI, TEIKEI Olive, TEIKEI Obst, Gemeinschaften, Abholorte, Beziehungen zu Höfen in verschiedenen Ländern, Logistik und schließlich auch eigene Software entstanden.
Und wir haben dabei sehr viel gelernt.
Vor allem eines:
Die eigentliche Herausforderung ist nicht, Menschen zu finden, die gute Lebensmittel wollen. Und auch nicht, Höfe zu finden, die gute Landwirtschaft machen.
Die Herausforderung ist die Brücke dazwischen.
Wie organisieren wir Bestellung, Logistik, Geld, Kommunikation und Verantwortung so, dass es für einen Hof genauso funktioniert wie für eine SoLaWi, eine Einkaufsgemeinschaft oder einen Hofladen?
Genau diese Brücke haben wir über Jahre versucht zu bauen.
Manches hat sehr gut funktioniert. Manches war viel zu kompliziert. Und manches hing viel zu stark an einzelnen Menschen – auch an mir.
Im vergangenen Jahr ist einiges davon an seine Grenzen gekommen. Es gab Konflikte, finanzielle Schwierigkeiten und schließlich auch eine Pause.
Diese Pause hat aber etwas Wichtiges sichtbar gemacht:
Wir müssen nicht alles neu erfinden.
Es gibt bereits Höfe. Es gibt Gemeinschaften. Es gibt FoodTogether. Es gibt TEIKEI. Es gibt Logistik, Software, Erfahrung und Menschen, die unterschiedliche Teile davon richtig gut können.
Gerade beginnen diese Kräfte wieder zusammenzukommen.
Und deshalb möchte ich heute auch nicht mit der großen Vision anfangen, wie irgendwann ein gesamtes europäisches Ernährungssystem aussehen könnte.
Ich möchte mit etwas sehr Konkretem anfangen:
Olivenöl und Zitrusfrüchte.
Wir haben Höfe, die sie erzeugen.
Wir haben Gemeinschaften, SoLaWis, Hofläden und Menschen, die sie beziehen möchten.
Wir haben Erfahrung mit Transport, Verteilung und gemeinschaftlicher Organisation.
Die Frage ist:
Wie können wir daraus eine langfristige, faire und operativ funktionierende Zusammenarbeit machen?
Eine Zusammenarbeit, bei der die Höfe verlässlich und fair bezahlt werden.
Bei der Gemeinschaften einfach bestellen und mitmachen können.
Bei der Logistik funktioniert.
Und bei der nicht eine einzelne Person am Ende alles zusammenhalten muss.
Genau da wird für mich die Genossenschaft interessant.
Nicht als Selbstzweck.
Und auch nicht als fertige Antwort.
Sondern als mögliche gemeinsame Trägerschaft für genau diese Brücke.
Ein mögliches Bild wäre eine Genossenschaft, in der Erzeuger:innen, SoLaWis, Einkaufsgemeinschaften, Hof- und Mitgliederläden, Großhändler und Verbraucher:innen Teil derselben Trägerschaft werden können.
Regional bleibt, was vor Ort bereits funktioniert.
Gemeinsam organisiert werden vor allem die Aufgaben zwischen den bestehenden Strukturen: Bedarfe bündeln, Abnahmen planen, Zahlungen und Transporte koordinieren und langfristige faire Beziehungen zu Partnerbetrieben tragen.
Die Agora könnte dafür die digitale Koordination ermöglichen, während TEIKEI und FoodTogether die Regionen und Partnerbetriebe verbindet und Lightwave die technische Infrastruktur betreibt.
Und wenn das erstmal mit Olivenöl und Zitrusfrüchten funktioniert, können im Anschluss weitere Höfe, Produkte und Gemeinschaften dazukommen. Auch regional erzeugte Lebensmittel könnten Teil derselben Logistik- und Verteilstruktur werden.
Die Regionen selbst müssen wir dabei nicht zentral organisieren.
Dort gibt es längst SoLaWis, Hofläden, Genossenschaften, Großhändler und andere Strukturen.
Sie wissen selbst am besten, was vor Ort gebraucht wird.
Unsere Aufgabe könnte viel einfacher sein: diese bestehenden Strukturen dort miteinander zu verbinden, wo gemeinsames Handeln einen echten Mehrwert schafft.
Deshalb sind wir heute hier.
Nicht, um eine fertige TEIKEI Genossenschaft abzunicken.
Sondern um ganz praktisch zu fragen:
Was müssten wir gemeinsam organisieren, damit diese Brücke wirklich funktioniert?
Was gehört in eine Genossenschaft?
Was soll ausdrücklich bei den Höfen und Regionen bleiben?
Wer kann welche Verantwortung übernehmen?
Und vor allem: Wer möchte von hier an unmittelbar dabei sein?
Wer sieht für sich bereits eine konkrete Rolle?
Wer möchte etwas Bestimmtes beitragen?
Und wer ist offen dafür, den weiteren Weg mitzugehen, auch wenn heute noch gar nicht klar ist, wie die eigene Rolle genau aussehen wird?
Heute geht es deshalb auch darum, sichtbar zu machen: Wer steht wo, wer möchte gemeinsam weitergehen und wer ist bereit, Teil des weiteren Prozesses zu sein, während dieser Schritt für Schritt Gestalt annimmt?
Wenn wir darauf heute erste klare Antworten finden, dann haben wir für mich sehr viel erreicht.
Es geht nicht darum, heute schon alles festzulegen.
Es geht darum, herauszufinden, was wir gemeinsam tragen wollen, was dafür wirklich gebraucht wird und wer bereit ist, dafür Verantwortung zu übernehmen.
Und eine Brücke zu bauen, die irgendwann so selbstverständlich funktioniert, dass wir nicht mehr ständig über die Brücke selbst reden müssen.
↑ Eine Ebene höher: TEIKEI Gründungs-Abklärungskonferenz
Von Felix Schröder, mit Unterstützung von KI (ChatGPT)
Erstellt am 29. September 2026 · Zuletzt aktualisiert am 6. Oktober 2026
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