(erste Überlegungen und Einordnung)
TEIKEI versteht sich als gemeinschaftlich getragenes Versorgungsnetzwerk.
Mit wachsender Beteiligung, Verantwortung und Komplexität stellt sich die Frage,
wie organisatorischer und struktureller Aufwand fair ausgeglichen werden kann,
ohne in klassische Lohn-, Provisions- oder Gewinnlogiken zu geraten.
Die folgenden Ausführungen beschreiben erste Überlegungen
zu einer möglichen genossenschaftlichen Einordnung dieser Praxis.
Sie dienen der Orientierung und dem gemeinsamen Verständnis
und stellen keine abschließende Regelung dar.
Die bei TEIKEI verwendeten Gutschriften und Ausgleichsanteile
sind kein Einkommen und keine Entlohnung für eine Marktleistung.
Sie dienen dem internen Ausgleich gemeinschaftlich getragener Aufwände,
insbesondere für:
Dieser Ausgleich ist systemisch angelegt.
Er ist nicht leistungsbezogen im marktwirtschaftlichen Sinn
und nicht an individuelle Verkaufszahlen, Umsätze oder Gewinnerwartungen gekoppelt.
Das bei TEIKEI verwendete Teilgeld ist kein Geld im klassischen Sinn,
sondern eine interne Verrechnungseinheit.
Es:
Teilgeld ermöglicht es,
Verantwortung und Engagement im Netzwerk auszugleichen,
ohne individuelle Rechnungsstellung,
Lohnverhältnisse oder marktübliche Entgeltlogiken einzuführen.
Ein anschauliches Beispiel ist der private Organisator eines TEIKEI Pickup Points (Abholort).
Eine Person stellt:
Diese Tätigkeit erfolgt nicht gewerblich,
sondern als gemeinschaftlicher Beitrag zur Versorgung vor Ort.
Für diesen Aufwand erhält die organisierende Person
eine interne Gutschrift innerhalb des TEIKEI Netzwerks.
Diese Gutschrift:
Konkret kann sie zum Beispiel:
Diese Logik eröffnet einen wichtigen sozialen Raum:
Menschen, die nicht über viel Geld verfügen,
aber Zeit, Verlässlichkeit und Organisationsfähigkeit einbringen können,
erhalten Zugang zu hochwertigen Lebensmitteln.
Der Ausgleich erfolgt nicht über Geld,
sondern über Mitwirkung innerhalb eines gemeinsamen Systems.
Die TEIKEI Agora stellt dafür die nötigen Werkzeuge bereit:
So kann aus einer privaten Initiative
ein stabiler Abholort entstehen.
Wenn sich eine Initiative weiterentwickelt,
besteht die Möglichkeit,
aus einem privaten #TEIKEIPickupPoint
schrittweise einen #TEIKEIShop zu entwickeln.
Dieser Übergang markiert bewusst den Wechsel:
Die Strukturen sind so angelegt,
dass beide Wege möglich sind,
ohne die Logiken zu vermischen.
TEIKEI verbindet zwei bewusst getrennte Ebenen:
Den wirtschaftlichen Bereich
In der TEIKEI Agora finden reale Transaktionen statt:
Bestellungen, Lieferungen, Rechnungen und Zahlungen.
Dieser Bereich folgt den geltenden rechtlichen und steuerlichen Rahmenbedingungen
und bildet den operativen Wirtschaftsmotor des Netzwerks.
Den genossenschaftlich gedachten Ausgleichsbereich
Organisatorische, logistische und gemeinschaftliche Aufwände
werden nicht einzeln fakturiert,
sondern über interne Gutschriften und Teilgeld ausgeglichen.
Diese Trennung ist zentral.
Der interne Ausgleich ersetzt keine wirtschaftlichen Transaktionen,
sondern internalisiert gemeinschaftliche Wertschöpfung,
die andernfalls in viele Einzelabrechnungen zerfallen würde.
Eine Genossenschaft bietet einen geeigneten rechtlichen Rahmen,
um diese Praxis langfristig
klar, transparent und nachvollziehbar zu verankern.
In einer genossenschaftlichen Struktur:
Die Genossenschaft würde diese Praxis nicht neu einführen,
sondern eine bereits gelebte Logik
rechtlich stabilisieren und absichern.
TEIKEI geht damit bewusst einen anderen Weg
als klassische Handels-, Plattform- oder Provisionsmodelle.
Vergütung bedeutet hier nicht,
Leistung zu bepreisen oder Gewinn zu verteilen.
Sondern:
Diese Überlegungen sind Teil eines offenen Lern- und Klärungsprozesses.
Ob, wann und wie eine Genossenschaft gegründet wird,
entsteht aus dem gemeinsamen Verständnis –
nicht aus einem fertigen Modell.
Nicht mehr.
Aber auch nicht weniger.