Workshop: Zwei Währungen, eine Gemeinschaft · 3 Min. Lesezeit
Ziel: Der Workshop zeigt an einem erlebten Beispiel, wie eine Lebensmittelgemeinschaft Geld und eine eigene Einheit nebeneinander nutzen kann – und fragt, wie solche Gemeinschaften sich europa-regional verbinden können.
Von 2012 bis 2018 organisierten sich in Basel Menschen als Lebensmittel Gemeinschaft Basel (LGB), einem Verein, der als FoodCoop arbeitete. Meist waren es rund hundert, zur Hochzeit etwa 160 Mitglieder. Die Stadt stellte einen günstigen Raum mit Lager, Küche und Ausgabe zur Verfügung. Über die Mitgliedsbeiträge wurden die Raummiete und die Grundkosten einer Solawi getragen, die die Gemeinschaft mit aufgebaut hat.
Einmal pro Woche war Abholtag. Bis zu einem festen Zeitpunkt bestellten alle Mitglieder in einem gemeinsamen Werkzeug. Dann wurden die Mengen zusammengeführt: Lagerfähiges kam aus dem Lager, Frisches wurde bei Höfen aus der Region bestellt – aus einem Umkreis von höchstens 60 bis 100 Kilometern. Am Abholtag wog sich jede und jeder die eigenen Mengen selbst ab, nahm Dinge aus dem Regal dazu und bestätigte im Werkzeug.
Das Besondere war die Abrechnung. Jedes Mitglied hatte ein vorausbezahltes Konto in Schweizer Franken. Daraus wurden die externen Kosten bezahlt, vor allem der volle Hofpreis. Die Marge für Raum und Organisation – die Gemeinschaft rechnete mit 20 Prozent – konnte mit einer eigenen Einheit bezahlt werden, den LGB. LGB bekam, wer die Gemeinschaft mittrug: Abholungen organisierte, Produkte bei den Höfen besorgte oder das Lager aufräumte. Wer selbst etwas herstellte, etwa Brot aus dem Mehl der Gemeinschaft, konnte es über das Werkzeug anbieten und so Franken und LGB verdienen.
Die LGB hatte klare Kriterien für ihre Produkte: mindestens nach Bio-Suisse-Richtlinien, saisonal und regional, keine Flugtransporte, möglichst direkter Kontakt zu den Produzent:innen. Für Produkte wie Olivenöl aus Griechenland brauchte es aber Zwischenhandel – und die Grosshändler gaben die Informationen nicht heraus, die die Gemeinschaft nach ihren Werten brauchte. Daraus entstand TEIKEI: Es hat auf der LGB aufgebaut und diese Verantwortung selbst übernommen.
So entstand ein Kreislauf, in dem der eigene Beitrag die eigenen Lebensmittel bezahlen konnte. Für die Bewegung der monetären Vielfalt ist daran vor allem eines interessant: Die eigene Einheit hat das Geld nicht ersetzt. Sie hat eine klare Aufgabe übernommen – den Wert zu verrechnen, der innerhalb der Gemeinschaft entsteht.
Der Workshop beginnt mit einer Frage, die über die LGB hinausweist: Geben wir, um zu nehmen – oder geben wir, um zu geben? Zwischen Regionen, Ländern, Tribes und Kontinenten kann es weiter ein Verrechnungssystem geben, das für Ausgleich sorgt. Innerhalb einer Gemeinschaft aber kann die Gabe gelten: Die Gemeinschaft schaut auf das Wohl der Einzelnen und respektiert ihren Drang, sich selbst auszudrücken und zu verwirklichen. Dahinter steht ein Ausblick: Jeder Mensch hat das Recht auf Lebensmittel in dieser Qualität.
Die TEIKEI Agora koordiniert heute Bestellungen von Gemeinschaften über Länder-Marktplätze. Ob und wie das LGB-Prinzip als Funktion in die Agora kommen kann, ist offen. Der Workshop nutzt dieses Beispiel, um gemeinsam zu fragen: Was braucht eine Gemeinschaft, damit sie so arbeiten kann? Und wie verrechnen Gemeinschaften ihre Einheiten untereinander, wenn hier gebacken wird und anderswo Olivenöl entsteht?
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Zusammengestellt von der TEIKEI-Redaktion mit Unterstützung von KI (Claude)
Erstellt am 24. Oktober 2026 · Zuletzt aktualisiert am 24. Oktober 2026
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