Agroforst- und Mischsysteme verbinden mehrere landwirtschaftliche Nutzungen auf derselben Fläche oder innerhalb eines zusammenhängenden Landschaftsraums.
Gehölze können mit Ackerbau, Gemüsebau, Grünland, Tierhaltung, Imkerei oder Dauerkulturen kombiniert werden.
Solche Systeme orientieren sich stärker an räumlicher Vielfalt, unterschiedlichen Höhenstufen und langfristigen Beziehungen zwischen Pflanzen, Tieren, Böden und Menschen.
Diese Seite dient als Einstieg in die unterschiedlichen Formen und Gestaltungsprinzipien von Agroforst- und Mischsystemen.
Agroforstlandwirtschaft verbindet Gehölze mit landwirtschaftlicher Nutzung.
Sie kann Ackerbau, Grünland, Tierhaltung, Obstbau, Holzproduktion und weitere Nutzungen innerhalb eines Systems zusammenführen.
Baumreihen können Ackerflächen gliedern und zusätzliche Erzeugnisse bereitstellen.
Sie beeinflussen Wind, Wasser, Mikroklima, Maschinennutzung, Bodenleben und langfristige Flächenentwicklung.
Bäume und Sträucher können Blätter, Früchte, Rinde oder junge Triebe als Futter bereitstellen.
Futtergehölze können besonders in Trockenzeiten oder vielfältigen Weidesystemen eine ergänzende Rolle übernehmen.
Hecken und Feldgehölze verbinden landwirtschaftliche Nutzung mit Landschaftsschutz.
Sie bieten Lebensräume, bremsen Wind, halten Wasser zurück und können Früchte, Holz, Futter oder weitere Produkte liefern.
Mehrschichtige Systeme nutzen unterschiedliche Höhen- und Wurzelräume.
Bäume, Sträucher, Kräuter, Bodendecker und Kletterpflanzen können dabei miteinander verbunden werden.
Mischbetriebe verbinden mehrere Produktionsbereiche wie Ackerbau, Tierhaltung, Gemüsebau, Obstbau und Verarbeitung.
Dadurch können Nährstoffe, Nebenprodukte, Arbeitsabläufe und Einkommensquellen miteinander verknüpft werden.
Obstbäume können mit Gemüse, Ackerbau, Beweidung, Geflügelhaltung oder Blühflächen kombiniert werden.
Dabei entstehen besondere Anforderungen an Pflege, Ernte, Lichtverteilung und Bodennutzung.
Silvoarable Systeme verbinden Gehölze mit Acker- oder Gemüsebau.
Die Gehölze können unter anderem Holz, Früchte, Nüsse, Schatten, Windschutz und Lebensräume bereitstellen.
Silvopastorale Systeme verbinden Gehölze, Grünland und Tierhaltung.
Bäume können Schatten, Futter, Schutz und zusätzliche Erzeugnisse bieten, während Tiere die Vegetation und Stoffkreisläufe mitgestalten.
Streuobstwiesen und Streuobstäcker verbinden hochstämmige Obstbäume mit Grünland, Beweidung oder weiteren Nutzungen.
Sie gehören zu den kulturhistorisch bedeutenden und artenreichen Landwirtschaftssystemen Europas.
Waldgärten orientieren sich an mehrschichtigen Waldstrukturen und verbinden essbare, medizinische und anderweitig nutzbare Pflanzen.
Sie können auf kleinen oder größeren Flächen angelegt werden.
Waldweide verbindet Tierhaltung mit bewaldeten oder locker mit Gehölzen bestandenen Flächen.
Sie besitzt in vielen Regionen Europas eine lange kulturelle Tradition.
Gehölzstrukturen können Windgeschwindigkeit reduzieren, Bodenerosion vermindern und das Mikroklima beeinflussen.
Ihre Wirkung hängt von Standort, Ausrichtung, Dichte, Artenwahl und Pflege ab.
Dieser Bereich zeigt, wie Landwirtschaft über einzelne Kulturen und getrennte Betriebszweige hinaus als räumlich verbundenes System gestaltet werden kann.
Im Mittelpunkt stehen Vielfalt, Mehrfachnutzung, langfristige Bodenfruchtbarkeit und die Einbindung von Gehölzen in landwirtschaftliche Landschaften.