Tiere sind seit langer Zeit Teil landwirtschaftlicher Landschaften, Kulturen und Versorgungssysteme.
Sie können Grünland nutzen, Nährstoffe bewegen, Vegetation beeinflussen, Nahrung bereitstellen und Landschaften offenhalten.
Gleichzeitig unterscheiden sich Tierhaltungssysteme stark hinsichtlich Tierwohl, Flächenbindung, Fütterung, Energieeinsatz, Arbeitsaufwand und ökologischer Wirkung.
Diese Seite bietet einen Überblick über unterschiedliche Weide- und Tierhaltungssysteme.
Alm- und Bergweidewirtschaft nutzt saisonal oder dauerhaft hoch gelegene Grünlandflächen.
Sie ist eng mit regionalen Kulturen, Landschaftspflege, Milchverarbeitung und Tierwanderungen verbunden.
Extensive Weidehaltung arbeitet mit vergleichsweise niedrigem Tierbesatz und einer zurückhaltenden Nutzung des Grünlands.
Sie kann artenreiche Landschaften erhalten, benötigt jedoch standortangepasste Tiere und sorgfältiges Weidemanagement.
Dieser Bereich umfasst Hühner, Enten, Gänse, Puten und andere Geflügelarten.
Unterschieden werden unter anderem Bodenhaltung, Freilandhaltung, mobile Systeme und industrielle Haltungsformen.
Bei ganzjähriger Freilandhaltung verbringen Tiere den überwiegenden Teil oder das gesamte Jahr im Freien.
Dafür benötigen sie Schutz, Wasser, Futter, geeignete Böden und angepasste Rassen.
Hütehaltung wird durch Menschen und häufig durch Hütehunde begleitet.
Wanderschäferei verbindet verschiedene Weideflächen und Landschaftsräume über saisonale Routen.
In integrierten Systemen werden Tierhaltung und Pflanzenbau bewusst miteinander verbunden.
Tiere können Zwischenfrüchte nutzen, Erntereste verwerten, Flächen pflegen und Nährstoffe zurückführen.
Masttierhaltung dient der Erzeugung von Fleisch.
Sie kann weidegebunden, stallgebunden, kleinstrukturiert oder industriell organisiert sein und unterscheidet sich stark hinsichtlich Fütterung, Haltung und Transport.
Milchviehhaltung umfasst die Haltung von Rindern, Schafen, Ziegen oder anderen Tieren zur Milchgewinnung.
Wichtige Fragen betreffen Weidegang, Kälberhaltung, Fütterung, Lebensdauer und regionale Verarbeitung.
Mobile Ställe, Zäune und Tränkesysteme ermöglichen es, Tiere regelmäßig zwischen Flächen zu bewegen.
Dies kann Nährstoffe verteilen, Übernutzung vermeiden und Tiere in Fruchtfolgen oder Landschaftspflege einbinden.
Bei der Mutterkuhhaltung bleiben Kälber über einen längeren Zeitraum bei den Muttertieren.
Die Tiere werden häufig auf Grünland gehalten und dienen überwiegend der Fleischerzeugung.
Pferde, Rinder, Esel und andere Tiere können in der Landwirtschaft Transport-, Zug- oder Pflegearbeiten übernehmen.
Damit verbunden sind Fragen nach Ausbildung, Tierwohl, Arbeitsleistung und dem Verhältnis zwischen tierischer und technischer Energie.
Schafe und Ziegen können Grünland, Trockenstandorte, Gehölzränder und schwer zugängliche Landschaften nutzen.
Sie liefern Milch, Fleisch, Wolle, Fasern und weitere Produkte.
Schweine können in Stall-, Auslauf-, Weide- oder Waldsystemen gehalten werden.
Ihre Haltung ist eng mit Fütterung, Bodenbelastung, Beschäftigung und Flächenzugang verbunden.
Stallhaltung schützt Tiere vor Witterung und ermöglicht kontrollierte Fütterung und Pflege.
Je nach Ausgestaltung kann sie Bewegungsfreiheit, Sozialverhalten und Zugang zu Außenflächen jedoch stark begrenzen.
Rotationsweide teilt Flächen in zeitlich nacheinander genutzte Abschnitte.
Dadurch können Ruhezeiten, Pflanzenwachstum, Wurzelbildung und gleichmäßigere Nährstoffverteilung unterstützt werden.
Gehölze können Weidetieren Schatten, Schutz, Futter und Struktur bieten.
Solche Systeme überschneiden sich mit silvopastoraler Agroforstwirtschaft und traditionellen Waldweiden.
Zweinutzungs- und Mehrnutzungsrassen werden nicht ausschließlich für eine einzelne Leistung gezüchtet.
Sie können beispielsweise Milch, Fleisch, Eier, Wolle, Arbeitskraft oder Landschaftspflege miteinander verbinden.
Dieser Bereich betrachtet Tiere nicht isoliert, sondern als Teil landwirtschaftlicher, landschaftlicher und kultureller Systeme.
Entscheidend sind die tatsächlichen Lebensbedingungen der Tiere, ihre Einbindung in Flächen und Kreisläufe sowie die Frage, welche Funktionen sie im Gesamtsystem übernehmen.