¶ Bestandsaufnahme landwirtschaftlich genutzter Flächen
Dieser Bereich sammelt Einträge über bestehende Flächenzustände.
Im Mittelpunkt steht die Frage:
Was ist mit einer Fläche bisher geschehen – und welche Folgen hat das für Boden, Wasser, Pflanzen, Tiere, Biodiversität und zukünftige landwirtschaftliche Nutzung?
Viele Flächen sehen auf den ersten Blick nutzbar aus.
Bei genauerem Hinsehen zeigen sich jedoch oft tiefere Fragen:
- Ist der Boden verdichtet?
- Kann Wasser einsickern?
- Gibt es Humus und organische Substanz?
- Sind Pflanzenwurzeln aktiv?
- Gibt es Bodenleben?
- Wie artenreich ist die Fläche?
- Welche Nutzung hat die Fläche geprägt?
- Was müsste geschehen, damit die Fläche wieder ökologisch wertvoller wird?
¶ Warum diese Bestandsaufnahme wichtig ist
TEIKEI arbeitet systematisch.
Bevor eine Fläche regenerativ entwickelt, vielfältiger gestaltet oder in einen Transformationsleitfaden aufgenommen wird, braucht es eine nüchterne Bestandsaufnahme.
Sie macht sichtbar:
- welche Belastungen vorhanden sind
- welche Potenziale die Fläche hat
- welche Schäden zuerst behoben werden müssen
- welche Entwicklungsschritte sinnvoll sind
- welche Nutzung zur Fläche passt
- welche Arbeit nötig ist, damit die Fläche dem Ökosystem dient, anstatt ihm zu schaden
Bestandsaufnahme bedeutet deshalb nicht Bewertung von außen.
Sie ist die Grundlage, um Verantwortung konkret zu machen.
Erst wenn der Ausgangszustand verstanden ist, können passende Maßnahmen für Bodenaufbau, Wasserhaltung, Biodiversität, Pflanzenvielfalt und langfristige Fruchtbarkeit entwickelt werden.
- 🟢 Almería und das Gewächshausmeer
- Gewächshäuser für Tomaten: Energieeinsatz, Substrate, Bewässerung und geschlossene Anbausysteme
- Gewächshäuser für Gurken: Energieeinsatz, Substrate, Nährlösung und technische Abhängigkeit
- Gewächshäuser für Paprika: Energieeinsatz, Substrate, Bewässerung und Pflanzenschutz
- Beerenproduktion in Folientunneln: Himbeeren, Heidelbeeren, Brombeeren und Substratsysteme
- Erdbeeranbau: Folien, Pflanzenschutz, Substrate und kurze Flächennutzung
¶ Landschaftsstruktur und Biodiversität
- Fichtenforste: Monokultur, Trockenstress, Borkenkäfer und großflächiges Absterben
- Kiefernforste: trockene Sandstandorte, Brandgefahr und geringe Artenvielfalt
- Douglasienforste: standortfremde Nadelholzbestände und offene Langzeitfragen
- Kahlschläge: Bodenverlust, Hitze, Erosion und gestörter Wasserhaushalt
- Schwere Forsttechnik: Rückegassen, Bodenverdichtung und Wurzelschäden
- Entwässerte Bruch- und Moorwälder: Wasserverlust, CO₂-Freisetzung und Biodiversitätsverlust
- Ausgeräumte Waldränder: fehlende Säume, wenig Blüten und schwache Übergänge zur Landwirtschaft
- Waldumbau: Mischwald, Naturverjüngung, Totholz und Klimaresilienz
- Agroforst und Waldgärten: Übergänge zwischen Wald, Landwirtschaft und Ernährungssystemen
¶ Verbindung zu regenerativer Landwirtschaft
Dieser Bereich ergänzt den Bereich:
Dort geht es um Entwicklungswege, Kreisläufe und Grundlagen.
Hier geht es um die konkrete Ausgangslage einer Fläche.
Beides gehört zusammen.
Regenerative Entwicklung beginnt mit der Frage, was eine Fläche braucht, damit sie Bodenleben, Wasser, Pflanzenvielfalt, Biodiversität und langfristige Fruchtbarkeit wieder stärken kann.
Jede Fläche erzählt eine Geschichte.
Bestandsaufnahme bedeutet, diese Geschichte zu lesen.
Sie hilft, Transformationsleitfäden nicht abstrakt zu schreiben, sondern aus dem realen Zustand einer Fläche heraus.
So kann aus einer belasteten, verdichteten oder artenarmen Fläche Schritt für Schritt ein Ort werden, der dem Ökosystem wieder mehr zurückgibt.