Der Satz „von Luft und Liebe leben“ wird meistens ironisch verwendet.
Er meint dann:
Davon kann niemand wirklich leben.
Bei einem Olivenbaum lässt sich dieser Satz anders lesen.
Denn ein Olivenbaum lebt tatsächlich von Luft, Licht, Wasser, Boden, Wärme und Pflege.
Er nimmt Kohlendioxid aus der Luft auf.
Er nimmt Wasser aus dem Boden auf.
Er empfängt Licht und Wärme von der Sonne.
Er steht in Beziehung zu Boden, Mikroorganismen, Mineralstoffen, Klima, Pflege und Zeit.
Aus diesen Kräften entsteht Wachstum.
Aus Wachstum entstehen Blätter, Wurzeln, Blüten und Oliven.
Und in den Oliven entsteht Öl.

Der Olivenbaum ist ein lebendiger Umwandler.
Er nimmt auf:
Aus Sonne, Luft, Wasser und Erde entstehen Blätter, Wurzeln, Blüten, Oliven und schließlich Öl.
Die Luft liefert Kohlendioxid.
Das Wasser steigt aus dem Boden über die Wurzeln auf.
Der Boden stellt Mineralstoffe bereit:
Gleichzeitig gibt der Baum über seine Wurzeln organische Stoffe ab.
Diese Wurzelexsudate ernähren Mikroorganismen, fördern Bodenhumus und helfen, die Bodenstruktur aufzubauen.
So wird sichtbar:
Der Baum nimmt nicht nur aus dem Boden.
Er gibt auch in den Boden zurück.

Über die feinen Wurzeln gibt der Olivenbaum Zucker, Aminosäuren und andere organische Stoffe in den Boden ab.
Diese Wurzelexsudate ernähren Mikroorganismen, Pilze und Bodenlebewesen. Dadurch werden Nährstoffe wie Stickstoff, Phosphor und Spurenelemente besser verfügbar und können wieder von der Pflanze aufgenommen werden.
So entsteht an der Wurzel ein lebendiger Austausch: Der Baum ernährt das Bodenleben, und das Bodenleben hilft dem Baum beim Wachsen.
Die Luft enthält Kohlendioxid.
Der Olivenbaum nimmt dieses Kohlendioxid über seine Blätter auf.
Zusammen mit Wasser und Sonnenenergie wird daraus im Baum organische Substanz aufgebaut.
Das ist die Grundlage der Photosynthese.
Aus Luft wird nicht einfach Nahrung.
Aus Luft, Wasser, Licht, Mineralstoffen und lebendigen Prozessen entsteht Pflanzenleben.
Der Kohlenstoff aus der Luft wird Teil des Baumes.
Er wird Teil der Olive.
Er wird Teil des Olivenöls.
In diesem Beitrag wird „Liebe“ als Bild für die wärmende und tragende Kraft der Sonne verwendet.
Die Sonne strahlt.
Sie wärmt.
Sie macht Photosynthese möglich.
Sie gibt die Energie, durch die der Baum überhaupt Stoffe aufbauen kann.
Wenn Menschen von Liebe sprechen, beschreiben sie oft Wärme, Zuwendung, Aufmerksamkeit und Lebendigkeit.
In diesem Bild ist die Sonnenstrahlung die Liebe, von der der Olivenbaum lebt.
Sie ist keine romantische Metapher allein.
Sie verweist auf eine reale Energiequelle:
Licht und Wärme.

Im Blatt entstehen aus Licht, Kohlendioxid und Wasser energiereiche Verbindungen.
Diese werden im Baum weiterverarbeitet.
Ein Teil wird für Wachstum genutzt.
Ein Teil wird in den Oliven gespeichert.
Olivenöl besteht fast vollständig aus Kohlenstoff, Wasserstoff und Sauerstoff.
Diese Elemente kommen vor allem aus Luft und Wasser.
So wird verständlich:
Das Öl ist nicht einfach eine Substanz im Inneren der Frucht.
Es ist gespeicherte Sonnenenergie.
Es ist gebundene Luft.
Es ist verwandeltes Wasser.
Es ist das Ergebnis eines langen Zusammenspiels von Baum, Boden, Atmosphäre, Mikroorganismen und Zeit.

Bei der Ernte werden Oliven vom Baum genommen.
Mit ihnen verlassen auch Stoffe den Olivenhain:
Ein Teil dieser Stoffe befindet sich im Öl.
Ein anderer Teil steckt in:
Wenn diese Stoffe den Hain dauerhaft verlassen, wird dem Kreislauf mehr entnommen als nur Öl.
Darum ist entscheidend, was nach der Pressung geschieht.
Wenn nach der Pressung alles zurückgebracht wird, was nicht Olivenöl ist, kann sich der Kreislauf stärker schließen.
Zurückkehren können:
Diese Stoffe können wieder Teil des Bodens werden.
Sie können Humus aufbauen.
Sie können Mikroorganismen ernähren.
Sie können Mineralstoffe zurückführen.
Sie können helfen, dass der Olivenhain nicht nur Ernteort bleibt, sondern lebendiger Kreislauf.

Wenn nur das Olivenöl den Hain verlässt und die übrigen Bestandteile zurückgeführt werden, ist die Entnahme vergleichsweise klar.
Dann geht vor allem das Öl auf die Reise.
Das Öl wird abgefüllt.
Es wird zu Menschen gebracht.
Es wird gegessen.
Im Körper wird es wieder umgewandelt.
Es wird zu Wärme, Bewegung, Stoffwechsel und Atem.
Ein Teil kehrt als Kohlendioxid über die Atmung in die Atmosphäre zurück.
So verbindet sich der menschliche Körper wieder mit dem Kreislauf, aus dem das Öl entstanden ist.
Der Kreislauf kann so verstanden werden:
Sonne.
Luft.
Wasser.
Boden.
Baum.
Olive.
Öl.
Mensch.
Atem.
Atmosphäre.
Baum.
Ein Olivenbauer lebt in diesem Bild von Luft und Liebe, weil der Baum von Luft und Sonnenkraft lebt.
Aber der Bauer lebt nicht allein von diesem Bild.
Er braucht Werkzeuge.
Er braucht Zeit.
Er braucht Pflegekraft.
Er braucht Wissen.
Er braucht Menschen, die seine Arbeit mittragen.
Er braucht eine wirtschaftliche Struktur, die ermöglicht, dass der Hain weiter gepflegt werden kann.
Der Satz „von Luft und Liebe leben“ bekommt dadurch eine doppelte Bedeutung.
Er zeigt die Schönheit des Kreislaufs.
Und er zeigt gleichzeitig, dass dieser Kreislauf nicht von selbst sozial gerecht organisiert ist.
Der Baum kann Licht aufnehmen.
Der Mensch muss den Hain pflegen.
Die Gemeinschaft muss verstehen, was sie mitträgt.
Wenn Olivenöl nur als Ware betrachtet wird, verschwindet dieser Zusammenhang.
Dann sieht man:
Wenn Olivenöl als Teil eines Energie- und Stoffkreislaufs verstanden wird, wird mehr sichtbar:
Wirtschaft bedeutet dann nicht nur, Öl zu bezahlen.
Wirtschaft bedeutet, den Kreislauf zu tragen, durch den dieses Öl entstehen kann.
Für TEIKEI ist dieser Blick zentral.
Ein Ernteanteil ist nicht nur eine Menge Öl.
Er ist Beteiligung an einem lebendigen Zusammenhang.
Er trägt dazu bei, dass ein Hain gepflegt werden kann.
Er trägt dazu bei, dass Rückstände nicht einfach Abfall werden.
Er trägt dazu bei, dass Produzent:innen nicht allein mit der Verantwortung für Boden, Bäume, Pflege und Zeit bleiben.
So wird aus Olivenöl ein Beziehungsprodukt.
Nicht als Marketingbegriff.
Sondern als reale Verbindung zwischen Sonne, Boden, Baum, Bauer, Gemeinschaft und Alltag.
Dieser Beitrag öffnet weitere Fragen:
Dieser Beitrag macht den Energiekreislauf um einen Olivenbaum verständlich.
Er zeigt:
So wird sichtbar, warum Wirtschaft bei TEIKEI nicht beim Produkt beginnt.