Im TEIKEI-Kontext entsteht häufig die Frage:
Warum ist es möglich, Produkte aus Südeuropa deutlich höher zu vergüten als im klassischen Markt – teilweise mit einem Vielfachen des üblichen Erzeugerpreises – während ähnliche Spielräume bei lokalen Produkten in Mitteleuropa zunächst nicht in gleicher Form sichtbar werden?
Diese Frage ist berechtigt. Die Antwort liegt jedoch nicht nur im Produkt selbst, sondern vor allem in den strukturellen Unterschieden der Systeme.
Landwirtschaft findet nicht im luftleeren Raum statt. Sie ist immer eingebettet in die wirtschaftlichen, sozialen und infrastrukturellen Bedingungen einer Region.
In vielen Regionen Südeuropas:
Das bedeutet: Ein Hof kann mit weniger finanziellen Mitteln arbeiten – gleichzeitig aber auch mit weniger Absicherung.
In Mitteleuropa hingegen:
Diese Faktoren führen dazu, dass ein landwirtschaftlicher Betrieb grundsätzlich andere Kostenstrukturen hat.
Der Unterschied lässt sich jedoch nicht allein durch Kosten erklären.
Entscheidend ist die Frage:
Wie wird der Preis aufgebaut und verteilt?
Im klassischen System:
Im TEIKEI-System:
Dadurch entstehen insbesondere bei Produkten aus Regionen mit niedriger Ausgangsbasis deutlich sichtbare Unterschiede.
Wenn ein Hof in einem System arbeitet, in dem er bisher nur einen sehr kleinen Anteil am Endpreis erhält, kann eine strukturelle Veränderung wie TEIKEI einen großen Unterschied machen.
Beispielsweise:
Dieser Effekt wirkt in Regionen mit niedrigen Ausgangspreisen besonders stark.
In Mitteleuropa ist die Ausgangssituation oft eine andere:
Das bedeutet:
Der Spielraum für Preissteigerungen allein durch Umverteilung ist oft geringer.
Auch in Mitteleuropa entstehen durch die TEIKEI-Logik neue Spielräume – jedoch in anderer Form:
Zusätzlich kann durch transparente Preisstrukturen sichtbar werden:
Ein zentraler Unterschied im TEIKEI-System ist, dass zusätzliche Zahlungen nicht nur über den Marktpreis entstehen, sondern gezielt an Leistungen geknüpft werden können.
Zum Beispiel:
Diese Leistungen werden nicht zufällig erbracht, sondern können systematisch begleitet und finanziert werden.
Preisunterschiede spiegeln nicht nur Kosten wider, sondern auch den Entwicklungsstand eines Systems.
TEIKEI versucht nicht, diese Unterschiede zu nivellieren, sondern:
eine Struktur zu schaffen, in der vorhandene Mittel bewusster eingesetzt werden können.
Die Möglichkeit, höhere Preise am Ursprung zu realisieren, hängt nicht allein vom Produkt ab, sondern von der Struktur der gesamten Lieferkette.
TEIKEI macht sichtbar, dass Wertschöpfung nicht nur eine Frage des Marktes ist, sondern eine Frage der Organisation.
Gerade dadurch entsteht die Möglichkeit, sowohl in Südeuropa als auch in Mitteleuropa neue Wege der Finanzierung von Landwirtschaft und Transformation zu entwickeln – jeweils angepasst an die lokalen Bedingungen.