Die Weiterentwicklung der TEIKEI Agora zur Agora 3.0 verfolgt das Ziel, eine offene und anschlussfähige Infrastruktur für gemeinschaftlich getragene Lebensmittelversorgung aufzubauen. Damit diese Infrastruktur nicht als isoliertes System bestehen bleibt, sondern mit anderen Plattformen, Marktplätzen und Softwarelösungen zusammenarbeiten kann, muss sie sich an offenen Web- und Datenstandards orientieren.
Im Zentrum steht dabei die Ausrichtung an Standards des World Wide Web Consortium (W3C). Gemeint ist damit nicht ein einzelner technischer Standard, sondern eine Familie offener Regeln und Formate, die sicherstellen, dass Daten systemübergreifend lesbar, eindeutig beschreibbar und zwischen unterschiedlichen Anwendungen austauschbar sind.
Für die Agora 3.0 bedeutet das, dass ihre technische Architektur so entwickelt werden muss, dass Daten nicht nur innerhalb der eigenen Plattform funktionieren, sondern auch außerhalb anschlussfähig sind. Das betrifft insbesondere Produktdaten, Hofdaten, Verfügbarkeiten, Bedarfe, Abholorte, Logistikbeziehungen und weitere Informationen, die für die Koordination einer gemeinschaftsbasierten Versorgung notwendig sind.
Die Agora 3.0 soll deshalb alle relevanten Daten in offenen, interoperablen und semantisch nachvollziehbaren Strukturen abbilden. Jede relevante Einheit innerhalb der Infrastruktur muss eindeutig referenzierbar sein. Zugleich braucht es standardisierte Schnittstellen, über die andere Systeme auf Daten zugreifen, sie einbinden oder mit ihnen arbeiten können. Umgekehrt muss die Agora auch in der Lage sein, Daten aus anderen offenen Systemen aufzunehmen und sinnvoll in ihre eigene Koordinationslogik zu integrieren.
Diese Anschlussfähigkeit ist keine technische Nebensache, sondern Teil der grundlegenden Infrastrukturidee. Der offene Koordinationsstandard soll gerade ermöglichen, dass verschiedene Anwendungen auf dieselbe Koordinationsschicht zugreifen können, ohne jeweils eigene geschlossene Datensilos aufbauen zu müssen. Dadurch entsteht eine Markt- und Versorgungsinfrastruktur, in der unterschiedliche regionale und überregionale Werkzeuge miteinander verbunden werden können.
Die Orientierung an W3C-nahen Standards dient deshalb mehreren Zielen zugleich:
Für die Entwicklung der Agora 3.0 bedeutet das konkret, dass bestehende Datenstrukturen, Schnittstellen und Funktionslogiken überprüft und schrittweise an diese Anforderungen angepasst werden müssen. Neue Module sind von Beginn an so zu entwickeln, dass sie offene Standards berücksichtigen und eine spätere Anbindung weiterer Systeme nicht verbauen.
Die Arbeit an Agora 3.0 umfasst daher ausdrücklich auch alle technischen, strukturellen und konzeptionellen Maßnahmen, die notwendig sind, um dieser offenen Standardlogik zu folgen. Dazu gehören insbesondere:
Die Agora 3.0 wird damit nicht nur als Plattform verstanden, sondern als Teil einer größeren offenen Markt- und Koordinationsinfrastruktur. Ihr Ziel ist es, technische Voraussetzungen für eine Versorgung zu schaffen, in der Zusammenarbeit nicht an Plattformgrenzen endet, sondern über standardisierte Verbindungen zwischen unterschiedlichen Akteuren und Anwendungen hinweg möglich wird.
In diesem Sinn ist die W3C-orientierte Ausrichtung kein zusätzlicher Ausbauschritt, sondern ein grundlegendes Prinzip der Agora 3.0. Sie schafft die Voraussetzung dafür, dass aus einer einzelnen Plattform eine wirklich offene, lernfähige und europaweit anschlussfähige Infrastruktur werden kann.
