Preise und Kostenübernahme sind in TEIKEI zwei unterschiedliche Ebenen.
Preise machen sichtbar, welche Kosten mit einem Produkt, einer Kiste oder einem Ernteanteil verbunden sind.
Kostenübernahme beschreibt den weitergehenden Schritt, bei dem eine Gemeinschaft die finanziellen Grundlagen ihrer Versorgung gemeinsam trägt.
Dieser Unterschied ist wichtig, weil gemeinschaftliche Kostenübernahme nicht einfach am Hof beginnen kann.
Sie wird erst tragfähig, wenn die Abnahmeseite verlässlich funktioniert.
In bestehenden Versorgungsstrukturen werden Lebensmittel häufig über Preise je Kilogramm, Kiste oder Produkt abgebildet.
Auch in der TEIKEI Agora braucht es zunächst solche Preislogiken, damit Kosten nachvollziehbar dargestellt werden können.
Dazu gehören zum Beispiel:
Diese Preisbestandteile machen sichtbar, welche realen Aufwände mit einem Ernteanteil oder einer Produktgruppe verbunden sind.
Sie sind jedoch noch keine vollständige Kostenübernahme ab Hof.
Die Preislogik ist ein notwendiger Zwischenschritt auf dem Weg zur gemeinschaftlichen Kostenübernahme.
Dabei geht es nicht nur um Preise je Kilogramm, Kiste oder Einzelprodukt.
Entscheidend ist der Umbau dieser Preislogik in regelmäßige Ernteanteile.
Der Hof meldet vorab, welche Ernte in welchen Monaten voraussichtlich verfügbar ist. Auf dieser Grundlage werden für jeden Monat die möglichen Ernteanteile gebildet.
Dabei können je nach Saison unterschiedlich viele oder unterschiedlich zusammengesetzte Ernteanteile entstehen.
Der wichtige Zwischenschritt liegt darin:
Diese Ernteanteile werden bereits vor der Ernte verteilt und bezahlt.
Dadurch bekommt der Hof eine stabilere Abnahme und bessere Planbarkeit, ohne dass bereits die vollständigen Grundkosten des Hofes gemeinschaftlich übernommen werden.
Die Kosten werden weiterhin über Ernteanteile dargestellt.
Der Hof wird also noch nicht über seinen gesamten transparenten Finanzbedarf getragen.
Erst wenn über diesen Weg sichtbar wird,
kann der nächste Schritt vorbereitet werden: eine Beitragsrunde, die nicht mehr nur einzelne Ernteanteile betrachtet, sondern die gemeinsame Kostengrundlage der Versorgung.
Kostenübernahme ab Hof bedeutet, dass eine Gemeinschaft nicht nur einzelne Ernteanteile bezahlt.
Sie übernimmt die finanzielle Grundlage, die notwendig ist, damit der Hof seine Produktion verlässlich in die Gemeinschaft geben kann.
Dazu gehören zum Beispiel:
Dieser Schritt setzt voraus, dass die Abnahmeseite bereits tragfähig ist.
Er braucht Vertrauen, Verbindlichkeit, nachvollziehbare Mengen und wiederkehrende Beitragsrunden.
Der Weg von Preis je Kilogramm zur gemeinschaftlichen Kostenübernahme wird im Transformationsleitfaden beschrieben.
Dort wird Schritt für Schritt dargestellt, wie aus produktbezogener Preislogik zunächst regelmäßige Ernteanteile, dann Beitragsrunden und später gemeinschaftliche Kostenübernahme ab Hof entstehen können.
Mehr dazu:
Die TEIKEI Agora unterstützt diesen Übergang durch verschiedene Bausteine.
Sie ersetzt nicht den gemeinschaftlichen Prozess.
Sie hilft aber dabei, die notwendigen Informationen sichtbar, strukturierbar und wiederholbar zu machen.
Wichtige Verknüpfungen sind:
Preise sind in diesem Zusammenhang kein Endziel.
Sie sind ein Werkzeug, um bestehende Kosten sichtbar zu machen.
Kostenübernahme ist der weitergehende Schritt, bei dem eine Gemeinschaft Verantwortung für die finanziellen Grundlagen ihrer Versorgung übernimmt.
Der Übergang zwischen beiden Ebenen braucht eine stabile Abnahmeseite.
Deshalb stehen Preislogik, Ernteanteile, Benutzergruppen, Beitragsrunden und Agora-Module in einem gemeinsamen Zusammenhang.