Das Prinzip der geplanten Produktion bei TEIKEI bedeutet, dass Anbau, Verarbeitung und Logistik nicht isoliert nach Angebot oder Marktlogik organisiert werden, sondern auf Basis eines gemeinschaftlich abgestimmten Bedarfs. Es geht um vorausschauendes Handeln: In der Landwirtschaft, in der Verteilung – und in der Beziehung zwischen allen Beteiligten.
Ursprünglich stammt dieses Prinzip aus der SoLaWi-Bewegung (Solidarische Landwirtschaft), die auf eine genaue Abstimmung zwischen Produzierenden und Beteiligten setzt. Durch die Planung entsteht Sicherheit für alle Seiten: Der Hof weiß, wie viel er produzieren kann – die Mitglieder wissen, was sie erwarten dürfen.
Bei TEIKEI basiert jede Ernte, jede Lieferung und jede logistische Route auf einem abgestimmten Plan. Dieser entsteht durch die Rückmeldungen der Gemeinschaften, die Erhebungen in der Agora, durch Erfahrungswerte und durch transparente Kommunikation zwischen allen Ebenen.
Konkrete Praktiken:
- Bei TEIKEI Olive erfolgt die Rückmeldung zur erwarteten Anzahl der Olivenernteanteile bereits im Sommer, damit vor Ort Pflege, Ernte und Logistik sinnvoll organisiert werden können.
- Bei TEIKEI Obst werden Pflanzungen, Sortenwahl und Erntezyklen im Dialog mit dem TEIKEI-Netzwerk abgestimmt. So können Mengen, Reifephasen und Verteilzeiträume optimal vorbereitet werden.
- TEIKEI Logistics plant Lieferfenster, Lagerkapazitäten und Verpackungsaufwand in Abhängigkeit von Bedarfen und regionalen Verteilungen – und nicht willkürlich nach Verkaufschancen.
- Eine Gemeinschaft zeichnet im Frühjahr eine feste Anzahl an Ernteanteilen und ermöglicht dem Produzenten damit die Planung seiner Saatgutbestellung, Düngezyklen und Wasserplanung.
- Ein Hof plant neue Pflanzungen nicht nach Marktchancen, sondern in enger Absprache mit dem TEIKEI-Netzwerk – etwa indem Sorten gewählt werden, die sowohl agrarökologisch sinnvoll als auch gemeinschaftlich getragen sind. So können Bäume gesetzt werden, deren Früchte langfristig ins solidarische Versorgungssystem passen.
- Durch die Vorplanung kann auch ein logistischer Partner auf Nebensaisonzeiten reagieren und Transporte bündeln, wodurch CO₂ und Kosten gesenkt werden.
- Welche Lebensmittel kaufe ich spontan – und welche könnte ich planen?
- Wie wäre es, wenn mein Lebensmitteleinkauf mit einer Saisonübersicht beginnen würde – statt mit einem Supermarktbesuch?
- Wie kann ich Produzierenden helfen, besser zu planen – durch verbindliche Bestellungen, rechtzeitige Rückmeldungen oder aktive Mitgestaltung?
Geplante Produktion bedeutet, das ganze Jahr mitzudenken – nicht nur im Moment des Konsums. Sie ist ein Akt der Verantwortung und der Fürsorge für Boden, Arbeit und Zukunft.
Das Prinzip lässt sich auf viele weitere Lebensbereiche übertragen: Bildung, Mobilität, Energie – überall, wo Planung nicht zentral gesteuert, sondern gemeinschaftlich abgestimmt wird, entsteht Resilienz.
In einer rekursiven Netzwerkökonomie wird Planung nicht zur Kontrolle – sondern zur Einladung, gemeinsam tragfähige Zukünfte zu gestalten.