TEIKEI kann für Foodhubs und Mitgliedsläden interessant sein, wenn Ihr:
Der konkrete Vorteil ist:
Die wirtschaftliche Grundlage dafür zeigt die FairShare-Rechnung:
Im Beispiel mit Bio-Orangen kommen im Vergleichsmodell 11,22 % des Endpreises auf dem Hof an, im TEIKEI-Modell 50 %.
Wenn Ihr prüfen möchtet, ob das zu Eurer Gemeinschaft passt, könnt Ihr hier direkt eine Gemeinschaft anlegen.
Foodhubs und Mitgliedsläden haben oft dieselbe Aufgabe. Sie wollen gute Lebensmittel zugänglich machen, Herkunft nachvollziehbar halten und eine Versorgungsform aufbauen, die nicht nur auf Preis und Bequemlichkeit basiert. Gleichzeitig stehen viele dieser Strukturen vor ähnlichen Fragen: Wie kommt man an hochwertige Produkte, ohne selbst eine ganze Import- und Logistikstruktur aufzubauen? Wie bleibt der Aufwand vor Ort machbar? Und wie kann die Zusammenarbeit mit Produzent:innen so gestaltet werden, dass nicht nur der Laden oder der Hub profitiert, sondern auch die Höfe?
Genau an diesem Punkt kann eine Zusammenarbeit mit TEIKEI sinnvoll werden.
TEIKEI ist in diesem Zusammenhang keine zusätzliche Handelsstufe. Die TEIKEI Agora ist als gemeinschaftlich getragenes Bestellsystem für Ernteanteile aufgebaut. Haushalte und Gemeinschaften bestellen gemeinsam, die Verteilung erfolgt rhythmisch über Abholorte, und Transparenz über Herkunft, Qualität und Preisgestaltung ist ein zentraler Teil des Systems.
Der praktische Vorteil liegt zuerst in der Bündelung. Ein Foodhub oder Mitgliedsladen muss nicht selbst eine europa-regionale Lieferkette aufbauen, eigene Importprozesse organisieren und parallel die Produzent:innenkontakte, Packlogik, Lieferfenster und Bündelung nach Regionen entwickeln.
Stattdessen kann er an eine bestehende Struktur andocken. Genau darin liegt ein wesentlicher Unterschied. Die Logistik wird nicht an jedem Ort neu aufgebaut, sondern gemeinsam getragen. Dadurch sinkt der organisatorische Aufwand vor Ort, und zugleich steigt die Verlässlichkeit in der Versorgung.
Für einen Foodhub oder Mitgliedsladen bedeutet das: Er kann Produkte in sein Angebot aufnehmen, ohne dafür die gesamte Vorarbeit selbst tragen zu müssen. Er dockt an eine bestehende Kooperations- und Logistikstruktur an, statt sie parallel neu zu erfinden.
Der eigentliche Unterschied liegt jedoch nicht nur in der Logistik, sondern in der Preisarchitektur.
Die FairShare-Rechnung zeigt das sehr klar. Im Vergleichsmodell mit Marktpreis plus Saisonbonus liegt der Endpreis bei 3,92 € pro kg. Auf dem Hof kommen davon 0,44 € pro kg an. Das sind 11,22 % des Endpreises. Im TEIKEI-Modell liegt der Endpreis bei 3,13 € pro kg. Gleichzeitig fließen 1,56 € pro kg in Anbau und Produktion. Das entspricht 50 % des Endpreises.
Für Foodhubs und Mitgliedsläden ist das ein entscheidender Punkt. Sie können ihren Mitgliedern oder Kund:innen nicht nur erklären, dass die Ware hochwertig ist und direkt organisiert wird. Sie können auch erklären, dass mit derselben Kooperation mehr Wert auf dem Hof ankommt und dadurch echter Spielraum entsteht: für regenerative Landwirtschaft, für geringeren Druck auf maximale Erträge, für stabilere Höfe und für eine Versorgung, die nicht auf Ausbeutung im Ursprung basiert.
Wer den wirtschaftlichen Hintergrund von TEIKEI besser verstehen möchte, findet dazu weitere Einordnungen im Bereich Wirtschaft & Vision.
In der Praxis beginnt eine Kooperation oft nicht mit einem Vollsortiment, sondern mit einem klaren, gut organisierbaren Produktbereich. Ein Foodhub oder Mitgliedsladen nimmt zum Beispiel saisonale Obstkisten, Zitruskisten oder Olivenöl in sein Angebot auf. Die Gemeinschaft vor Ort bündelt den Bedarf. Die Bestellung wird in einem festen Rhythmus gesammelt. Die Anlieferung erfolgt zu einem klar definierten Termin. Vor Ort organisiert der Hub oder Laden dann die Ausgabe oder Weiterverteilung.
So entsteht eine Kooperation, die für beide Seiten konkret ist. Der Foodhub oder Mitgliedsladen bringt seine lokale Gemeinschaft, seine Kommunikationsstruktur und seinen Ausgabeort ein. TEIKEI bringt Produzent:innenbeziehungen, Bündelungslogik, Preisarchitektur und europa-regionale Logistik ein. Daraus entsteht keine lose Einkaufsbeziehung, sondern eine aufeinander abgestimmte Arbeitsteilung.
Ein Foodhub oder Mitgliedsladen übernimmt in dieser Zusammenarbeit vor allem die lokale Koordination. Er spricht mit seiner Gemeinschaft, bündelt den Bedarf, kündigt Bestellfristen an und organisiert die Ausgabe. Das ist kein grundsätzlich anderes Arbeiten als bisher. Der Unterschied liegt darin, dass er auf Produkte und eine Struktur zugreift, die bereits in einer größeren Kooperationslogik eingebettet sind.
Damit bleibt die lokale Rolle klar. Der Hub ist nicht nur Durchlaufstelle, sondern ein aktiver Knotenpunkt. Er schafft Verbindlichkeit in der Region, organisiert die Nähe zu den Mitgliedern und macht die Kooperation für die Menschen vor Ort konkret erfahrbar.
Für die Mitglieder oder Träger:innen eines Foodhubs ist der Nutzen direkt verständlich. Sie bekommen Produkte mit klarer Herkunft, hoher Transparenz und nachvollziehbarer Preislogik. Sie erhalten oft eine Qualität, die in klassischen Handelsketten so nicht erreichbar ist, weil Ernte, Bündelung und Verteilung enger aufeinander abgestimmt sind. Und sie nehmen an einer Struktur teil, bei der ein deutlich größerer Anteil des Endpreises wirklich in Anbau und Produktion ankommt.
Gerade dieser letzte Punkt ist wichtig. Viele Menschen in Foodhubs und Mitgliedsläden wollen nicht nur gute Ware einkaufen. Sie wollen, dass ihre Kaufentscheidung Teil einer stimmigen Struktur wird. Die FairShare-Logik gibt dafür ein klares, erklärbares Fundament.
Für das Erzeugernetzwerk hinter TEIKEI ist die Kooperation mit Foodhubs und Mitgliedsläden sinnvoll, weil sie stabile, organisierte Andockpunkte in den Regionen schafft. Statt viele einzelne Endkund:innenbeziehungen aufzubauen, kann mit bestehenden Gemeinschaften gearbeitet werden. Das reduziert Streuverluste, stärkt die Bündelung und macht die Versorgung planbarer.
Gleichzeitig wird dadurch vermieden, dass in vielen Regionen dieselbe Infrastruktur immer wieder neu und nebeneinander aufgebaut wird. TEIKEI hilft dabei, bestehende Kräfte sinnvoll zu verbinden.
Ein guter Start ist überschaubar, klar und wiederholbar. Ein Foodhub oder Mitgliedsladen beginnt mit einem Produktbereich, der für die eigene Gemeinschaft gut verständlich ist. Die erste Runde wird sauber kommuniziert. Bestellschluss, Liefertermin und Ausgabe sind klar. Danach wird ausgewertet, was gut funktioniert hat. Wenn der Ablauf trägt, kann daraus ein fester Rhythmus entstehen.
Erst im zweiten Schritt wird die Kooperation breiter. Dann können weitere Produkte dazukommen. Dann kann auch die Frage interessant werden, welche Mengen nicht nur bestellt, sondern verlässlicher mitgetragen werden. So wächst aus einer einzelnen Sammelbestellung eine langfristige Versorgungsbeziehung.
Der Mehrwert für einen Foodhub oder Mitgliedsladen besteht darin, dass er an eine bestehende europa-regionale Kooperations- und Logistikstruktur andockt, seinen Mitgliedern hochwertige und transparente Produkte zugänglich macht und gleichzeitig Teil einer Preisarchitektur wird, in der nicht nur der Verkauf funktioniert, sondern deutlich mehr Wertschöpfung auf den Höfen ankommt.
Wenn Ihr als Foodhub, Mitgliedsladen oder Einkaufsgemeinschaft prüfen möchtet, ob diese Form der Zusammenarbeit zu Eurer Struktur passt, dann ist der sinnvollste nächste Schritt, Eure Gemeinschaft direkt anzulegen und mit einer ersten gebündelten Bestellung zu starten.