Die FairShare-Rechnung ist kein Rechentrick und kein nachträglicher Bonus auf ein ansonsten unverändertes System. Sie wird bei TEIKEI nur deshalb möglich, weil die Struktur selbst anders aufgebaut ist: Mitgliedschaften tragen die gemeinsame Grundlage, Ernte und Bedarf werden weit im Voraus abgestimmt, und auch die Logistik wird nicht als fremder Kostenblock behandelt, sondern gemeinschaftlich organisiert.
Dadurch entsteht eine andere Preisarchitektur. Der Endpreis muss nicht in erster Linie den Zwängen des Marktes folgen, sondern kann so gestaltet werden, dass ein deutlich größerer Anteil direkt in Anbau und Produktion fließt. Genau das macht die Beispielrechnung sichtbar: Im klassischen Modell kommen 0,44 Euro pro Kilogramm auf dem Hof an, im TEIKEI-Modell 1,565 Euro. Der Unterschied liegt also nicht in einer kleinen Korrektur, sondern in einer grundlegend anderen wirtschaftlichen Logik.
→ Wie entsteht die FairShare-Rechnung
Diese Beispielrechnung zeigt nicht einfach einen kleinen Preisunterschied. Sie zeigt zwei grundsätzlich verschiedene Arten, einen Endpreis aufzubauen.
Ausgangspunkt sind 10.000 kg Orangen vom Peloponnes. Verglichen werden zwei Modelle:
Der Kernunterschied ist schnell benannt:
Im ersten Modell bleibt für den Hof 0,44 Euro pro kg.
Im TEIKEI-Modell fliessen 1,565 Euro pro kg in Anbau und Produktion.
Damit wird sofort sichtbar:
Es geht nicht nur um einen Bonus am Ende, sondern um eine andere Preisarchitektur von Anfang an.
Für die Berechnung nehmen wir einen gängigen Preis vor Ort in Bioqualität von 0,40 Euro pro kg an.
Im ersten Modell erhält der Hof während der Saison diesen Marktpreis. Am Ende der Saison kommt ein Bonus von 10 % hinzu.
Das ergibt:
Für 10.000 kg Orangen ergibt das:
10.000 × 0,44 Euro = 4.400 Euro
In diesem Modell liegt der Endpreis für Teilnehmer:innen bei rund 3,92 Euro pro kg.
Auf dem Hof kommen nach Bonus 0,44 Euro pro kg an.
Das bedeutet:
Die Rechnung dazu lautet:
3,92 / 0,44 = 8,91
Damit wird sichtbar: Auch wenn ein Bonus gezahlt wird, bleibt die Grundstruktur dieselbe. Der Hofpreis bleibt niedrig, und nur ein kleiner Teil des Endpreises kommt tatsächlich in Anbau und Produktion an.
Im TEIKEI-Modell liegt der Endpreis für Mitglieder bei 3,13 Euro pro kg.
Für die europa-regionale Versorgung rechnen wir hier mit einer FairShare-Rate von 2,0.
Das bedeutet:
Die Rechnung dazu lautet:
3,13 / 2,0 = 1,565
Für 10.000 kg Orangen ergibt das:
10.000 × 1,565 Euro = 15.650 Euro
Damit ergibt sich:
| Modell | Endpreis pro kg | Betrag für den Hof pro kg | Anteil für den Hof | FairShare-Rate | Betrag für 10.000 kg |
|---|---|---|---|---|---|
| Marktpreis plus Saisonbonus | 3,92 € | 0,44 € | 11,22 % | 8,91 | 4.400 € |
| TEIKEI mit FairShare | 3,13 € | 1,565 € | 50 % | 2,0 | 15.650 € |
Der Unterschied liegt nicht in einem kleinen Zuschlag am Ende der Saison.
Der Unterschied liegt in der Frage, wie der Endpreis von Anfang an verteilt wird.
Im ersten Modell:
Im TEIKEI-Modell:
Das bedeutet:
Hier geht es nicht um ein paar zusätzliche Prozente.
Hier geht es um eine andere Preisarchitektur.
Das Modell mit Marktpreis plus Bonus versucht, ein bestehendes System etwas fairer zu machen.
TEIKEI setzt einen Schritt früher an und fragt:
Wie muss der Endpreis aufgebaut sein, damit die Produktion selbst tragfähig wird?
Der Flowchart zeigt dieselbe Ausgangslage mit zwei unterschiedlichen Preislogiken:
Links: Marktpreis plus Bonus
→ 0,44 € pro kg für den Hof
→ 4.400 € gesamt
→ FairShare 8,91
→ rund 11 % des Endpreises für den Hof
Rechts: TEIKEI mit FairShare
→ 1,565 € pro kg für den Hof
→ 15.650 € gesamt
→ FairShare 2,0
→ 50 % des Endpreises für den Hof
Gleiche Orangen – aber eine komplett andere Verteilung des Endpreises.
Zur Einordnung kann eine Beispielrechnung mit einem durchschnittlich gedachten Orangenbetrieb in Griechenland helfen.
Eine exakte Durchschnittszahl pro Orangenbetrieb in Griechenland liegt hier nicht vor. Als Näherung wird mit durchschnittlichen Flächenerträgen gerechnet.
242.575 € – 68.200 € = 174.375 €
Damit wird sichtbar:
Mit höheren und stabileren Einnahmen kann:
Dadurch entstehen neue Möglichkeiten:
Langfristig führt das zu:
Mehr FairShare → mehr Stabilität → mehr Handlungsspielraum → mehr Zukunftsfähigkeit
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