Die Mitgliedschaft finanziert im TEIKEI-System nicht die Lebensmittel selbst, sondern die gemeinsame Struktur, die das System überhaupt funktionsfähig macht. Sie trägt jene Kosten, die unabhängig davon entstehen, ob in einem bestimmten Monat mehr oder weniger bestellt wird.
Damit wird sichtbar: Hinter einer funktionierenden Lebensmittelstruktur stehen nicht nur Höfe, Produkte und Lieferungen, sondern auch Koordination, Software, Pflege, Weiterentwicklung und gemeinschaftlich getragene Organisation.
Die Mitgliedschaft trägt die Grundkosten des Systems.
Das sind jene Kosten, die nicht sinnvoll auf einzelne Produkte umgelegt werden können, weil sie nicht nur einer Lieferung dienen, sondern dem gesamten Netzwerk. Sie entstehen dauerhaft und bilden die Voraussetzung dafür, dass Bestellungen, Kommunikation, Transparenz, Preisdarstellung und die Weiterentwicklung der TEIKEI Agora überhaupt möglich werden.
Gerade diese Trennung ist entscheidend, wenn Lieferketten margenfrei organisiert werden sollen. Denn nur wenn die Grundstruktur unabhängig vom einzelnen Verkauf getragen wird, muss in den Produktpreis kein zusätzlicher Risiko-, Gewinn- oder Systemaufschlag eingerechnet werden.
Zu den Grundkosten, die durch die Mitgliedschaft finanziert werden sollen, gehören insbesondere:
Wenn solche Grundkosten unsichtbar in Produktpreise eingerechnet werden, entsteht schnell Unklarheit. Dann ist für Mitglieder kaum noch nachvollziehbar, welcher Anteil eines Preises auf Erzeugung, Logistik oder Systemstruktur entfällt.
Noch wichtiger ist: Sobald Grundkosten über Produkte getragen werden müssen, entsteht fast automatisch eine Margenlogik. Dann müssen Risiken, Schwankungen, Rücklagen und Entwicklungskosten in die Ware eingepreist werden. Genau das möchte TEIKEI schrittweise überwinden.
Die Mitgliedschaft schafft hier eine sauberere Trennung:
Wenn die Mitgliedschaft die Grundstruktur trägt, entsteht eine stabilere Basis für das gesamte Netzwerk. Die laufende Arbeit muss dann nicht fortwährend aus Umsatzschwankungen, Margen oder unsicheren Wachstumsannahmen abgeleitet werden.
Dadurch wird möglich:
Diese Trennung ist nicht nur eine Frage der Übersichtlichkeit. Sie ist ein Schlüssel dafür, dass mehr vom Endpreis tatsächlich auf dem Hof ankommen kann.
Wenn Grundkosten über Mitgliedschaften getragen werden und nicht in die Ware eingepreist werden müssen, kann der Produktpreis näher an den realen Produktions- und Logistikkosten bleiben. Genau dadurch entsteht die Möglichkeit, Preisstrukturen so aufzubauen, dass der Anteil für den Hof deutlich steigt.
Die FairShare-Logik zeigt das besonders klar:
Nicht kleine Bonuszahlungen am Ende der Saison verändern das System, sondern eine andere Preisarchitektur von Anfang an.
Eine konkrete Beispielrechnung dazu findest Du hier:
Dort wird sichtbar, dass eine andere Struktur der Preisbildung dazu führen kann, dass Mitglieder sogar günstiger einkaufen und gleichzeitig deutlich mehr Geld auf dem Hof ankommt.
Die Mitgliedschaft ist deshalb kein Zusatzangebot und kein symbolischer Förderbeitrag. Sie ist ein struktureller Beitrag zur gemeinsamen Tragfähigkeit des Systems.
Sie macht sichtbar, dass Versorgung nicht nur aus einzelnen Einkäufen besteht. Sie besteht auch aus der Fähigkeit, eine digitale, organisatorische und gemeinschaftliche Infrastruktur aufzubauen, zu erhalten und aus einer gesicherten Basis heraus weiterzuentwickeln.
Die Mitgliedschaft finanziert im TEIKEI-System die gemeinsame Grundlage, nicht die einzelne Ware. Sie trägt das, was das Netzwerk dauerhaft arbeitsfähig hält: Entwicklung, Pflege, Koordination, Organisation und Infrastruktur.
Gerade dadurch kann die Preisbildung auf Produktebene ehrlicher, nachvollziehbarer und fairer werden. Zugleich entsteht die Möglichkeit, das Angebot der Agora schrittweise zu erweitern und immer mehr Bereiche einer gemeinschaftlich getragenen Grundversorgung nach den TEIKEI-Prinzipien zugänglich zu machen.
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