Entwicklung & Community › Rückblicke & Events · 12 Min. Lesezeit · Rückblick – so war es
«Wenn viele Tropfen zusammenkommen, entsteht ein Fluss.»
Koreanisches Sprichwort.
Liebe Wegbegleiter:innen
Ich, Felix Schröder und Hauptakteur dieser Innitiative, möchte mit diesem Rundbrief einen offenen, ehrlichen Ruf und eine Bitte an Euch richten.
Durch einen Infrastrukturkonflikt mit «Gebana» ist TEIKEI im Rückstand von 55'000 € (CHF 50'000)
Das ist viel Geld. Wenn Ihr oder eines Eurer Netzwerke uns unterstützen könnt, wäre das ein wichtiger Meilenstein der Kooperation. Seid Ihr dabei? Oder könnt Ihr mich/TEIKEI vermitteln? Adressen schicken, an die ich mich in dieser Situation wenden kann?
Wer hat wegweisende Ideen?
Ich bitte Euch um Eure ideelle und finanzielle Unterstützung.
Ich beschreibe Euch die Krise nun in Stichworten und ausführlich:
TEIKEI steht für eine gerechte, transparente und solidarische Lebensmittelversorgung,
die von Gemeinschaften getragen wird.
In den Wintermonaten 2025 kam es zu einem Infrastrukturkonflikt mit Gebana.
Dadurch wurden bestehende Abläufe abrupt unterbrochen und zentrale logistische Strukturen fielen weg.
Dadurch entstand ein finanzieller Rückstand für TEIKEI von: 55'000 € (CHF 50'000)
Ich bitte Euch als Privatpersonen, als Netzwerk oder Partner:innen Eurer Netzwerke, TEIKEI in dieser Notsituation ideell und finanziell zu unterstützen. Es geht um die Lebensmittel, die Lebensmittelversorgung, um uns und eine lebenswerte Zukunft.
Felix Schröder, DE-79591 Eimeldingen
🇨🇭 Schweiz / BKB-Bank / CH94 0077 0253 0418 2200 1 / BIC: BKBBCHBB 1
🇩🇪 Deutschland / GLS Bank / DE09 4306 0967 7920 4275 01 / BIC: GENODEM1GLS
Weitere Möglichkeiten für Spenden aus allen Ländern besteht auch über einen direkten PayPal-Spendenpool 2.
Ich möchte hier ausführlich beschreiben, was mich und alle, die mit TEIKEI in Verbindung stehen, die Wintermonate beschäftigt hat: der Infrastrukturkonflikt mit Gebana.
Es geht dabei nicht darum, nachträglich Positionen zu verteidigen oder Konflikte weiterzuführen, sondern darum, transparent zu machen, was geschehen ist –
und wie sich daraus die nächsten Schritte gestalten.
Ebenso ist mir wichtig, dass diese Reflexion nicht in den schwarz-weissen Kategorien von richtig oder falsch, perfekt oder mangelhaft, «gut oder böse» gelesen wird. Für mich ist sie vielmehr ein Spiegel von Spannungen, die weit über diesen konkreten Fall hinausreichen und viel mit den Fragen unserer Zeit zu tun haben.
Im November und Dezember ist ein Konflikt rund um die bisher genutzte Infrastruktur in Griechenland entstanden. Über mehrere Jahre hinweg hat TEIKEI dieselben externen Sammel- und Packstrukturen genutzt wie auch andere Akteure, darunter Gebana.
Diese parallele Nutzung ist uns allen bekannt und hat lange gut funktioniert.
Anfang November 2025 hat Gebana ohne Vorankündigung der griechischen Packstation in Nafplio klargemacht, dass dort nicht mehr parallel für TEIKEI gearbeitet werden darf – ohne Verhandlungsspielraum. Weil diese Packstation wirtschaftlich stark abhängig von Gebana ist, wurde TEIKEI faktisch aus dieser Infrastruktur herausgedrängt.
Für TEIKEI bedeutete das nicht einfach einen organisatorischen Rückschlag. Es bedeutete Notfallbetrieb. Ich musste in kürzester Zeit die gesamte Abwicklung neu organisieren:
nach Kreta verlagern, Packung, Logistik und Abstimmung mit den Höfen neu aufbauen und gleichzeitig versuchen, gegenüber meinen Mitgliedern und Gemeinschaften handlungsfähig zu bleiben.
Ein großer Teil meiner Energie ist seitdem in Stabilisierung, Improvisation und Schadensbegrenzung geflossen. Genau deshalb stehe ich heute finanziell unter hohem Druck.
Ich trage noch immer private Schulden aus dieser Phase mit mir und kann derzeit nicht alle Rechnungen so begleichen, wie ich es gerne würde.
Die nachfolgende Mail (blau) ist nicht an mich geschrieben worden, noch hat Gebana je eine meiner Mails oder meine Bitten nach Gespräch beantwortet.
Diese Antwortmail hat eine Kundin von mir und auch eine Kundin von Gebana erhalten.
Sie hat sie mir weitergeleitet.
Darin beschuldigt Gebana: TEIKEI habe «die von uns aufgebaute Infrastruktur» genutzt, den Bauernfamilien jedoch «nur Marktpreise und keine Prämie» gezahlt; deshalb habe man entschieden, «die Zusammenarbeit klar zu regeln».
Das ist keine gemeinsam geklärte Einordnung, das ist eine Beschuldigung beziehungsweise Verleumdung, die dem TEIKEI-Modell nicht gerecht wird, auch mich in ein falsches Licht rückt und den Umgang mit Beziehungen, Höfen und Vertrauen zu einem ernsten Problem macht.
TEIKEI arbeitet seit Jahren am Aufbau einer grundlegenden, zukunftsträchtigen und neuen Struktur in Europa: der Netzwerkökonomie 3. Während klassische Modelle Preise meist aus Einkauf, Zuschlägen und Margen zusammensetzen, entwickelte beziehungsweise entwickle ich für TEIKEI eine Preistransparenz 4, die offenlegt, wie sich ein Preis von der Erzeugung über Logistik, Infrastruktur und Koordination bis zur Verteilung tatsächlich bildet.
Genau darin liegt für mich der Kern: TEIKEI gibt kein schöneres Versprechen innerhalb derselben Logik, sondern ein System, das Transparenz, Mitverantwortung und eine andere Verteilung des Wertes überhaupt erst möglich macht.
Ich sage provokativ: TEIKEI versucht nicht, ein bestehendes Handelsmodell etwas fairer, etwas grüner oder etwas freundlicher zu machen oder sogar Gebana zu konkurrieren – der entscheidende Unterschied liegt auch nicht in einer einzelnen Prämie und auch nicht in der Frage, ob es 10 Prozent mehr oder weniger sind.
Einen konkreten Unterschied von TEIKEI und Gebana beschreibe ich im Kapitel 4.
Der Unterschied liegt im generellen Denken über Wirtschaft.
Preis im «BioFair-Modell» (z. B. Gebana, inkl. 10 % Bonus):
für 10.000 kg Bio-Orangen, plus jährlicher 10-%-Bonus: Erwirtschaftung der Höfe: ca. 4.000 €
Preis im TEIKEI-Modell (bei gedeckten Grundkosten durch Mitgliedschaften):
für 10.000 kg Orangen: Erwirtschaftung der Höfe: ca. 16.000–22.000 €
Erklärung hierzu:
Im bisherigen Standardmodell erhält ein Bio-Hof bei 10.000 kg Orangen rund 4.000 €.
Das entspricht etwa 0,40 € pro kg. In einem Modell, das sich selbst als «fair» versteht, kommt am Ende der Saison häufig noch eine zusätzliche Vergütung von etwa 10 % hinzu.
Im TEIKEI-Modell bleibt diese Ausgangsbasis bestehen. Durch eine andere Preisarchitektur entsteht allerdings darüber hinaus ein neuer Gestaltungsraum. Wenn die Grundkosten der Infrastruktur solidarisch, also direkt über Mitgliedsbeiträge getragen werden, kann ein erheblicher Teil des Geldes, der bisher im System gebunden ist, direkt zum Hof fließen.
So erhält bei 10'000 kg Orangen ein Bio-Hof anstatt 4'000 € etwa 16.000 bis 22.000 € 5.
Dieser Gestaltungsraum entsteht durch eine andere Struktur. Kosten werden nicht mehr versteckt im Produktpreis gebündelt, sondern gemeinsam getragen und transparent gemacht. Dadurch wird Geld frei, das gezielt dorthin fließen kann, wo es sinnvolle Wirkung entfaltet: in Böden und Betriebe 6 sowie in langfristige Entwicklung 7.
Für mich liegt hier der eigentliche Punkt: Der oben beschriebene Vergleich bleibt weiterhin in der Logik des globalisierten Lebensmittelhandels verhaftet – egal ob man sich fair-kapitalistisch oder konventionell-kapitalistisch gibt – und misst die Verteilung landwirtschaftlicher Erzeugnisse weiterhin am Marktstandard.
Genau aus dieser Logik möchte ich mit TEIKEI heraus. Mich interessiert nicht die Optimierung eines krank gewordenen Handelsmodells, sondern eine CSA-Logik, in der Höfe wirklich getragen werden, reale Kosten ehrlich gedeckt sind, Transparenz zum Grundverständnis gehört und Verantwortung gemeinsam übernommen wird.
Es geht also nicht darum, im Marktvergleich besser auszusehen, sondern darum, eine Struktur aufzubauen, in der Landwirtschaft sich gesund weiterentwickeln kann, um so auf die Klimakrise und den Verlust von Vielfalt und Bodendegradation antworten zu können und zugleich zu verhindern, dass irgendjemand im System draufzahlt.
Ich möchte an dieser Stelle die wirtschaftliche Realität offenlegen, in der TEIKEI sich gerade befindet.
Der Infrastrukturbruch letzten November, der durch eine E-Mail von Gebana ausgelöst wurde, war für uns das größte Problem, das wir in zehn Jahren Aufbauarbeit erlebt haben.
Er hat nicht nur einen Konflikt sichtbar gemacht, sondern ganz praktisch dazu geführt, dass uns in kürzester Zeit zentrale Teile der Abwicklung weggebrochen sind.
Zwischenzeitlich konnten wir das Packhaus nicht wie besprochen nutzen, Produkte nicht wie geplant beziehen und Abläufe nicht in der Form fortsetzen, wie es für Dezember und Januar notwendig gewesen wäre. Genau dadurch ist uns ein großer Teil des Umsatzes aus diesen beiden Monaten weggebrochen – also ausgerechnet in der Zeit, mit der wir normalerweise einen wesentlichen Teil der Jahreskosten decken.
Die laufenden Ausgaben sind jedoch nicht verschwunden: Rechnungen für Entwicklung, Software, Team und weitere laufende Strukturen waren trotzdem da und mussten weitergetragen werden. Daraus ist die Situation entstanden, in der wir jetzt sind: In den kommenden vier Wochen brauchen wir rund 55'000 € (CHF 50'000), um offene und anstehende Verpflichtungen zu begleichen.
Gleichzeitig ist mir wichtig, dass dieser Moment nicht vom eigentlichen Ziel von TEIKEI ablenkt: Der Aufbau von Gemeinschaften vor Ort, die Abstimmung der Logistik mit allen Beteiligten und die Weiterentwicklung der Agora sind Voraussetzungen dafür, dass überhaupt eine belastbare Struktur entstehen kann.
Noch ist offen, wie diese 55'000 € (CHF 50'000) in den kommenden vier Wochen zu zahlen sind.
Wenn es gelingt, diesen Übergang gemeinsam zu tragen, wird der nächste Entwicklungsschritt möglich: Mit der Einführung des Mitgliedschaftssystems können wir Produktpreis und Systemkosten noch klarer voneinander trennen und die Preisstruktur neu anwenden. Dadurch entsteht neuer Gestaltungsraum zugunsten der Höfe, zugänglicher Preise und gemeinsamer Projektstrukturen dort, wo das im Netzwerk der stimmige Weg ist.
Wenn Du dazu eine Idee hast oder Fragen oder das Gespräch direkt mit mir aufnehmen möchtest, freue ich mich sehr: +49 176 93142136
Die letzten Monate haben gezeigt, dass wir mit der Logik bestehender kapitalistischer Strukturen und dem bloßen Ziel, immer weiter zu wachsen – auch wenn das Gute gewollt ist – nicht wirklich weiterkommen.
Denn dort, wo Wachstum zum Maßstab wird, geraten kleinbäuerliche Strukturen, gesunde Landwirtschaft, handwerkliche Qualität und tragfähige Beziehungen schnell unter Druck.
Es braucht nicht einfach größere Strukturen, sondern eine kooperative Netzwerkökonomie. Nur wenn sich Höfe, Gemeinschaften, Verarbeitung, Logistik und Verteilung so verbinden, dass sie sich gegenseitig stärken, können wir Lebensmittel und Handwerkskunst bewahren, kleinbäuerliche Strukturen erhalten und eine gesunde Landwirtschaft langfristig fördern.
Alles hat dabei einen stimmigen Radius. Wer nur wachsen will, wird an Grenzen stoßen – und diese Grenzen werden in Zukunft eher schärfer werden. Die Antwort darauf liegt für mich nicht im «besser machen», sondern in Kooperation, Vernetzung und Verbündet-Sein.
Aus dieser Erfahrung heraus entstehen mehrere konkrete Schritte:
Das Ziel ist ein Netzwerk, das
Parallel zu allem habe ich begonnen, auf Kreta eine neue Grundlage aufzubauen.
Wir arbeiten inzwischen mit einem Netzwerk zusammen, das hochwertige Bio-Früchte produziert, regenerative und permakulturelle Ansätze verfolgt, langfristig denkt und bereit ist, diesen Weg gemeinsam mit uns weiterzugehen. Dort entstehen sorgfältig gedachte, neue Prozesse, die nicht auf Abhängigkeit und Marketing, sondern auf Verlässlichkeit, Transparenz, Qualität und echte Zusammenarbeit ausgerichtet sind.
Gleichzeitig weitet sich unsere Perspektive: Wir arbeiten zunehmend mit Partner:innen in mehreren Ländern zusammen und verbinden diese Strukturen über die Agora.
Es ist im Gespräch, die Agora als Teil des KEWI-Netzwerks 12 weiterzuentwickeln – als ein Zusammenhang, in dem regionale und europa-regionale Lebensmittelversorgung zusammenfinden und gemeinsame Prozesse für Bestellung, Logistik und Verteilung entstehen können.
Noch ist vieles im Aufbau, doch die Richtung ist klar – und wir werden diese Entwicklung bald auch nach außen sichtbarer machen.
Für mich persönlich ist dieser Rundbrief ein Übergang und auch ein Ruf.
Eine schwierige Zeit schafft mehr Klarheit; in unserem Fall darüber, was nicht weitergetragen werden will, und darüber, was jetzt aufgebaut werden muss.
Mein Blick geht deshalb nach vorn: auf ein transparentes, tragfähiges und gemeinschaftlich getragenes System, das Höfe stärkt, Beziehungen schützt und Versorgung neu organisiert.
Vielleicht brauchte es diesen Bruch, um den Boden klarer zu bereiten für das, was TEIKEI werden will.
Danke an alle, die diesen Weg mittragen.
Und danke an alle, die den Mut haben, nicht einfach weiterzumachen wie bisher.
Herzlich,
Euer Felix
+++
Magst Du diesen Weg zusammen mit uns gehen – z. B. durch eine Mitgliedschaft Schweiz oder Deutschland 1314 oder durch eine direkte Spende? Beides hilft dabei, die Grundstrukturen der Agora gemeinsam zu tragen und das System in dieser Zeit des Wandels stabil zu halten.
Wie die Mittel eingesetzt werden und was Du damit konkret bewirken kannst, liest Du hier 15.
Parallel dazu bereiten wir eine Crowdfunding-Kampagne vor, um den abschliessenden Entwicklungsschritt der TEIKEI Agora 2.0 zu ermöglichen. Wenn Du die Kampagne informell mittragen und zum Start informiert sein möchtest, kannst Du Dich hier in den Multiplikator:innen-Newsletter eintragen: #WirBauenNetzwerke 16
Der Brief darf im Freundes- und Bekanntenkreis gerne weitergeleitet werden.
Halte einen Moment inne, wenn es für Dich passt, und frage Dich, welche Menschen, Netzwerke oder Zusammenhänge dafür stimmig sein könnten. Wenn Dir dabei konkrete Kontakte in den Sinn kommen, freue ich mich, wenn Du den Brief mit ihnen teilst.
«Wenn viele Tropfen zusammenkommen, entsteht ein Fluss.»
Koreanisches Sprichwort.
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Von Felix Schröder, mit Unterstützung von KI (ChatGPT)
Erstellt am 6. April 2026 · Zuletzt aktualisiert am 8. Mai 2026
Fragen oder Hinweise? support@teikei.us