Diese kurze Einleseseite dient als gemeinsame Orientierung für den KEWI-Impuls zur regionalen Bündelung und zur Rolle gemeinsamer Koordinationsinfrastruktur.
Im Mittelpunkt steht die Frage:
Welche Infrastruktur braucht regionale Bündelung, damit gemeinschaftlich organisierte Versorgung praktisch koordinierbar wird?
Regionale Bündelung wird häufig als organisatorisches oder logistisches Problem beschrieben.
In der Praxis zeigt sich jedoch oft, dass die eigentliche Schwierigkeit bereits deutlich früher beginnt:
Informationen liegen verteilt vor.
Produktdaten sind uneinheitlich.
Mengen sind schwer vergleichbar.
Koordination erfolgt über viele unterschiedliche Kanäle gleichzeitig.
Solange Höfe, SoLaWis, Foodcoops und regionale Initiativen ihre Informationen getrennt verwalten, bleibt gemeinsame Bündelung aufwendig.
Lieferscheine, Mengenkoordination, Abholorte oder Transportplanung müssen dann immer wieder neu abgestimmt werden.
Die Frage lautet deshalb nicht nur:
Wie organisieren wir Transport?
Sondern bereits vorher:
Wie schaffen wir eine gemeinsame Koordinationsgrundlage?
Denn regionale Bündelung braucht mehr als guten Willen.
Sie braucht eine gemeinsame Grundlage, auf der Produkte, Mengen, Orte, Rhythmen und Verantwortlichkeiten sichtbar und abstimmbar werden.
Im Zentrum steht die Realität vieler kleiner und mittlerer Versorgungsstrukturen:
unterschiedliche Erntezeiten
kleine Mengen
wechselnde Verfügbarkeiten
regionale Besonderheiten
unterschiedliche organisatorische Werkzeuge
verschiedene Kommunikationswege
bestehende Beziehungen zu Mitgliedern und Abholorten
Gerade diese Vielfalt macht regionale Versorgung lebendig.
Gleichzeitig erschwert sie koordinierte Logistik, wenn keine gemeinsame Infrastruktur vorhanden ist.
Die TEIKEI Agora versucht genau an dieser Stelle anzusetzen.
Sie ist nicht als klassischer Händler gedacht.
Sie ist nicht als zentralistische Plattform gedacht.
Sie soll bestehende Initiativen nicht ersetzen.
Sie wird hier als gemeinschaftlich entwickelte Infrastruktur für Transparenz, Koordination und regionale Zusammenarbeit betrachtet.
Die Agora kann helfen, Informationen so zu strukturieren, dass regionale Bündelung praktisch möglich wird.
Ein wichtiger Baustein dafür ist der Produzentendatenstamm.
Höfe und Initiativen können darin strukturiert erfassen:
was angebaut oder hergestellt wird
wann Produkte verfügbar sind
welche Mengen erwartet werden
welche logistischen Bedingungen berücksichtigt werden müssen
welche Abholorte oder Gemeinschaften eingebunden sind
welche Rhythmen, Fristen oder Besonderheiten wichtig sind
Dadurch entsteht eine gemeinsame Grundlage für Planung, Bündelung und Abstimmung.
Wenn diese Informationen strukturiert vorliegen, können konkrete nächste Schritte vorbereitet werden:
regionale Bündelung von Produkten
gemeinsame Lieferscheine
bessere Transportauslastung
Koordination zwischen Höfen, SoLaWis, Foodcoops und Abholorten
Sichtbarkeit bestehender Angebote
testweise Einbindung neuer Produkte
gemeinsame Lernprozesse für regionale Versorgung
So wird aus vielen einzelnen Informationen eine arbeitsfähige Koordinationsschicht.
Die Agora soll langfristig als gemeinnützige Infrastruktur aufgebaut werden.
Ziel ist nicht die Zentralisierung wirtschaftlicher Verantwortung.
Ziel ist die Bereitstellung gemeinsamer Koordinationswerkzeuge, die von unterschiedlichen regionalen Strukturen genutzt werden können.
Wirtschaftliche Akteure, Höfe, SoLaWis, Foodcoops und Initiativen bleiben eigenständig.
Die gemeinsame Infrastruktur unterstützt dort, wo einzelne Strukturen alleine an Grenzen kommen.
Im Hintergrund steht eine größere Frage:
Welche Infrastruktur brauchen Ernährungsregionen, damit Kooperation, Versorgung und Verantwortung langfristig tragfähig organisiert werden können?
Der Kurzimpuls im KEWI-Netzwerk dient dazu, diese Richtung sichtbar zu machen.
Er soll keine fertige Lösung präsentieren.
Er soll einen ersten praktischen Schritt öffnen.
Der nächste Schritt ist die testweise gemeinsame Erfassung von Projekt-, Produkt- und Hofdaten.
Dafür dient der Mitmach-Fragebogen.
Auf dieser Grundlage kann regionale Bündelung nicht nur besprochen, sondern praktisch durchgespielt werden.
Zur praktischen Erprobung der regionalen Bündelung in Freiburg und Region: