Ein zentrales Entwicklungsfeld in der TEIKEI Agora betrifft die Frage, wie Gemeinschaften ihre Versorgung nicht nur organisatorisch, sondern auch finanziell gemeinschaftlich tragen können.
Dafür werden in der Agora Werkzeuge für Beitragsrunden vorbereitet und ausprogrammiert. Sie schaffen die Grundlage dafür, dass nicht mehr nur feste Preise je Ernteanteil im Vordergrund stehen, sondern dass eine Gemeinschaft auch die gemeinsamen Grundkosten ihrer Versorgung solidarisch mittragen kann.
In vielen heutigen Bestellsystemen steht vor allem der Einzelpreis pro Produkt im Zentrum. Die gemeinschaftlichen Grundlagen der Versorgung bleiben dabei oft unsichtbar oder werden nur indirekt mitgetragen.
Mit Beitragsrunden soll in der Agora ein anderer Weg möglich werden.
Dabei geht es darum, dass eine Gemeinschaft nicht nur Produkte verteilt, sondern sich auch bewusst zu den Kosten verhält, die ihre gemeinsame Versorgung überhaupt erst ermöglichen. Dazu gehören je nach Kontext zum Beispiel Koordination, Lagerung, Verteilung, organisatorische Begleitung, digitale Infrastruktur oder weitere gemeinsame Aufgaben.
Für diesen Bereich werden Funktionen entwickelt, mit denen sich solidarische Beitragslogiken digital abbilden und gemeinschaftlich organisieren lassen.
Dazu gehören unter anderem:
Beitragsrunden entstehen in der Agora nicht als isolierter Rechner, sondern als zyklischer Prozess.
Im ersten Schritt wird innerhalb einer Gemeinschaft sichtbar gemacht, welcher Bedarf besteht. Dazu gehört, welche Ernteanteile, Produktgruppen und Mengen innerhalb eines Jahres tatsächlich abgerufen oder benötigt werden.
Nach Abschluss eines Jahres kann ausgewertet werden, welche Kosten mit diesem Bedarf verbunden waren. Dabei geht es nicht nur um einzelne Produktpreise, sondern um die gesamte Grundlage, die notwendig ist, um diesen Bedarf gemeinschaftlich zu ermöglichen.
Auf dieser Grundlage kann im nächsten Schritt eine Beitragsrunde vorbereitet werden.
Der Ablauf kann perspektivisch so aussehen:
Der Beitragsrechner ist damit nicht der erste Schritt, sondern Teil einer späteren Beitragsrunde. Er unterstützt die Orientierung innerhalb eines gemeinschaftlichen Entscheidungsprozesses.
Für Mitglieder soll die Beitragsrunde verständlich und nachvollziehbar gestaltet werden.
Dazu kann die Agora perspektivisch darstellen:
Ein Beitragsrechner kann dabei helfen, Richtwerte sichtbar zu machen. Dazu kann auch eine einkommensbasierte Orientierung gehören, zum Beispiel als Empfehlung, welcher Beitrag im Verhältnis zur eigenen finanziellen Situation tragfähig sein könnte.
Die Entscheidung bleibt Teil der Beitragsrunde. Die Mitglieder tragen gemeinsam dazu bei, dass die Grundkosten der Versorgung gedeckt werden.
Für die Abwicklung ist das Lastschriftverfahren als Standard vorgesehen. Dadurch können wiederkehrende Beiträge verlässlich organisiert werden, ohne dass unnötige Zahlungsgebühren entstehen.
Die Beitragsrunden sollen nicht nur für klassische Gemüse-Ernteanteile gedacht werden.
Perspektivisch können alle Produkte, die innerhalb der Agora der Kategorie Ernteanteile zugeordnet sind, in eine solche gemeinschaftliche Beitragslogik einbezogen werden.
Dazu können je nach Gemeinschaft zum Beispiel gehören:
Entscheidend ist dabei nicht der einzelne Kauf eines Produkts, sondern die Frage, welche Versorgung eine Gemeinschaft gemeinsam ermöglichen und tragen möchte.
Mit diesen Werkzeugen kann Versorgung in der Agora schrittweise näher an eine solidarische Logik heranrücken.
Das bedeutet: Nicht jede Last muss direkt auf dem einzelnen Ernteanteil liegen, sondern eine Gemeinschaft kann lernen, ihre gemeinsamen Grundlagen gemeinsam zu tragen. Dadurch entstehen neue Möglichkeiten für Stabilität, Transparenz und Zugänglichkeit.
Langfristig kann das auch helfen,
Beitragsrunden sind damit nicht nur ein Finanzierungswerkzeug. Sie sind ein Baustein für eine andere Kultur von Beteiligung, in der Versorgung nicht nur gekauft, sondern gemeinschaftlich ermöglicht wird.
In der TEIKEI Agora werden diese Werkzeuge deshalb als Teil von Beteiligung, Rollen und Governance entwickelt.