Eigene Währungen können in der TEIKEI Agora helfen, lokale und regionale Angebote vor direkter Preisvergleichbarkeit zu schützen.
Dabei geht es nicht darum, den Euro abzuschaffen.
Es geht darum, sichtbar zu machen, dass ein Produkt in einer gemeinschaftlich getragenen Versorgung nicht einfach das Gleiche ist wie ein Produkt im Supermarkt.
Eine Paprika aus einer lokalen Hofstruktur ist nicht nur eine Paprika.
In ihr stecken Bodenpflege, Beziehung, Planung, Arbeitszeit, Mitgliedschaft, Verantwortung, Risiko und eine andere Form von Landwirtschaft.
Wenn diese Paprika direkt mit einer Paprika aus einem Supermarkt verglichen wird, entsteht schnell ein falscher Vergleich.
Eine eigene Währung kann helfen, diesen Vergleich zu unterbrechen.
In vielen lokalen Versorgungssystemen entsteht ein Problem:
Produkte werden in Euro angezeigt.
Dadurch vergleichen Menschen sie automatisch mit Marktpreisen.
Zum Beispiel:
Dieser Vergleich wirkt einfach, ist aber oft falsch.
Denn im Supermarktpreis ist vieles nicht sichtbar:
Eine eigene Währung kann diese Logik verändern.
Sie macht deutlich:
Hier wird nicht einfach Ware gekauft.
Hier wird eine Versorgungsstruktur getragen.
Ein Beispiel ist die Luzerne als eigene Währung eines Hofes.
Die Luzerne kann genutzt werden, damit Produkte nicht direkt mit dem Europreis im Supermarkt verglichen werden.
Wenn eine Paprika im Supermarkt 2,50 Euro kostet und eine Paprika aus einer lokalen Hofstruktur anders bewertet wird, entsteht sofort ein Vergleich.
Dieser Vergleich fragt meistens nur:
Was ist billiger?
Er fragt aber nicht:
Wenn ein Hof seine Produkte in einer eigenen Währung wie der Luzerne abbildet, verändert sich die Wahrnehmung.
Dann steht dort nicht mehr nur:
Diese Paprika kostet 2 Euro.
Sondern zum Beispiel:
Diese Paprika hat einen Wert von 2 Luzernen.
Damit wird sichtbar:
Dieses Produkt gehört zu einem eigenen Hofkreislauf.
Es wird nicht einfach auf dem Markt verglichen, sondern innerhalb einer eigenen Versorgungslogik eingeordnet.
Eine eigene Währung schützt nicht dadurch, dass sie etwas versteckt.
Sie schützt, indem sie den Zusammenhang sichtbar macht.
Sie sagt:
Dieses Produkt gehört zu dieser Gemeinschaft.
Dieser Wert entsteht in dieser Hofstruktur.
Diese Währung beschreibt nicht nur einen Preis, sondern eine Beziehung.
So wird verhindert, dass ein lokales Angebot ständig mit Produkten aus anderen Märkten verglichen wird.
Der Schutz besteht darin, dass die eigene Währung eine andere Frage stellt.
Nicht:
Wo bekomme ich es billiger?
Sondern:
Welche Versorgung trage ich mit?
Man kann sich eine eigene Währung wie Spielgeld vorstellen, aber für echte Verantwortung.
In einem Spiel hat jedes Spiel eigene Regeln.
Wenn Du Monopoly-Geld nimmst, kannst Du damit nicht einfach im Supermarkt bezahlen.
Aber innerhalb des Spiels ist es sinnvoll.
Ähnlich ist es mit einer lokalen Währung.
Sie gilt in einem bestimmten Zusammenhang.
Zum Beispiel:
Sie hilft dabei, Werte innerhalb dieses Zusammenhangs sichtbar zu machen.
Ein Liter Olivenöl aus einem europa-regionalen TEIKEI-Ernteanteil, eine Paprika aus einer lokalen Hofstruktur und ein Brot aus einem regionalen Backhaus gehören nicht automatisch in dieselbe Preislogik.
Sie haben unterschiedliche Hintergründe:
Wenn alles nur in Euro nebeneinandersteht, scheint alles direkt vergleichbar.
Eine eigene Währung kann helfen, diese Unterschiede sichtbar zu machen.
Eigene Währungen können auf mehreren Ebenen gedacht werden:
Diese Ebenen entsprechen den vier Versorgungsebenen im TEIKEI-System.
Eine lokale Währung gehört zu einem konkreten Hof, einer SoLaWi, einer Foodcoop, einem Abholort oder einer lokalen Gemeinschaft.
Beispiel:
Ein Hof nutzt eine eigene Währung, um seine Produkte intern abzubilden.
Diese Währung kann zeigen:
Eine lokale Währung schützt das lokale Angebot.
Sie verhindert, dass die Produkte des Hofes ständig mit Supermarktpreisen verglichen werden.
Eine lokale Währung kann helfen bei:
Ein Hof könnte festlegen:
Diese Werte müssen nicht wie Supermarktpreise funktionieren.
Sie beschreiben den Wert innerhalb der Hofgemeinschaft.
Eine regionale Währung kann entstehen, wenn mehrere Höfe, Abholorte, Foodcoops oder Projekte in einer Ernährungsregion zusammenarbeiten.
Dann geht es nicht mehr nur um einen Hof.
Es geht um einen gemeinsamen regionalen Versorgungsraum.
Eine regionale Währung kann helfen, Kooperationsangebote abzubilden.
Zum Beispiel:
Dann braucht es eine gemeinsame Verrechnung.
Eine regionale Währung kann sichtbar machen:
Eine regionale Währung kann helfen bei:
Eine regionale Währung darf lokale Währungen nicht verdrängen.
Sie soll lokale Strukturen verbinden, nicht auflösen.
Wenn ein Hof eine eigene Währung hat, bleibt diese lokale Währung gültig.
Die regionale Währung kann dann als Brücke dienen.
Die nationale Ebene verbindet mehrere Regionen innerhalb eines Landes.
Hier kann eine eigene Währung oder Verrechnungseinheit helfen, Ausgleich zwischen Regionen zu organisieren.
Zum Beispiel:
Auf nationaler Ebene geht es weniger um den einzelnen Hofpreis.
Es geht mehr um Ausgleich, Stabilität und gemeinsame Planung.
Sie kann helfen bei:
Die nationale Ebene darf lokale und regionale Angebote nicht ersetzen.
Sie ist eine Stabilisierungsebene.
Sie soll helfen, wenn eine Region Unterstützung braucht.
Die europa-regionale Ebene verbindet unterschiedliche Anbauregionen und Klimaräume.
Zum Beispiel:
Hier bleibt der Euro wichtig.
Denn europa-regionale Zusammenarbeit braucht oft:
Trotzdem kann eine eigene Verrechnungsebene helfen.
Sie kann sichtbar machen:
Eine regionale Gemeinschaft könnte intern mit einer regionalen Währung arbeiten.
Ein Liter Olivenöl wird europa-regional in Euro abgerechnet.
In der lokalen oder regionalen Gemeinschaft kann dieser Wert dann in die eigene Währung übersetzt werden.
So bleibt die europa-regionale Abrechnung möglich, ohne dass die lokale Logik verloren geht.
Damit verschiedene Währungen zusammenarbeiten können, braucht es Umrechnungsfaktoren.
Ein Umrechnungsfaktor sagt:
Wie wird ein Wert aus einer Währung in eine andere übersetzt?
Zum Beispiel:
Diese Umrechnung muss sorgfältig gestaltet werden.
Sie darf nicht einfach wieder den Supermarktpreis nachbauen.
Sie soll die verschiedenen Versorgungsebenen verständlich verbinden.
Eine Umrechnung ist notwendig.
Aber sie darf nicht alles wieder direkt vergleichbar machen.
Der Unterschied ist wichtig:
Ein Preisvergleich fragt:
Was ist billiger?
Eine gute Umrechnung fragt:
Wie kann ein Wert zwischen verschiedenen Versorgungsebenen fair übertragen werden?
Das ist ein großer Unterschied.
Die eigene Währung schützt nicht dadurch, dass nie umgerechnet wird.
Sie schützt dadurch, dass die Umrechnung bewusst gestaltet wird.
Für eigene Währungen braucht es ein technisches Werkzeug.
Ein mögliches Werkzeug ist Cyclos.
Cyclos kann als System für Community-Währungen, lokale Zahlungssysteme, Konten und Transfers genutzt werden.
In der Verbindung mit der TEIKEI Agora könnte die Grundlogik so aussehen:
Wichtig ist:
Cyclos ersetzt die TEIKEI Agora nicht.
Cyclos kann eine ergänzende Zahlungsebene sein.
Die Agora zeigt, was angeboten wird.
Cyclos kann abbilden, wie innerhalb eigener Währungen gerechnet, übertragen oder bezahlt wird.
Eine mögliche Struktur könnte so aussehen: