Die Humuswährung ist ein mögliches Modell, um Bodenaufbau, lokale Versorgung und gemeinschaftliche Arbeit miteinander zu verbinden.
Die Grundidee ist einfach:
Wenn fruchtbarer Boden entsteht, entsteht ein echter Wert.
Dieser Wert kann sichtbar gemacht werden.
Nicht als abstrakte Zahl, sondern als eine Währung, die an etwas Reales gebunden ist: Humus.
In vielen Geldsystemen entsteht Geld weit entfernt von der realen Erde.
Bei einer Humuswährung ist es anders.
Hier entsteht der Wert aus einem lebendigen Prozess:
Die Währung steht also nicht nur für Kaufkraft.
Sie steht für aufgebauten Boden.
Biozyklische Humuserde ist kein gewöhnlicher Kompost.
Sie entsteht aus pflanzlichem Kompost, der über mehrere Jahre weiter veredelt wird.
Dabei wird das Material dauerhaft bepflanzt, gepflegt und unter biozyklisch-veganen Bedingungen weiterentwickelt.
Aus einem reifen Kompost wird zunächst ein phytoponisches Substrat. Wenn dieses Substrat über mehrere Jahre in Mischkultur bepflanzt und ohne wasserlösliche Dünger bewirtschaftet wird, kann daraus Biozyklische Humuserde entstehen.
Das bedeutet:
In den Unterlagen wird dieser Prozess als Veredelung beschrieben.
Humus ist nicht nur Erde.
Humus ist die Grundlage von Fruchtbarkeit.
Ohne fruchtbaren Boden gibt es keine tragfähige Ernährung.
Darum kann Humus als realer Wertträger verstanden werden.
Ein Kilogramm Humus ist dann nicht nur Material.
Es steht für:
Eine Humuswährung macht genau diesen Wert sichtbar.
Man kann sich die Humuswährung wie einen Gutschein vorstellen.
Aber dieser Gutschein ist nicht einfach durch Geld gedeckt.
Er ist durch Humus gedeckt.
Wenn eine Einheit der Humuswährung für 1 kg Biozyklische Humuserde steht, dann bedeutet das:
Hinter dieser Einheit steht ein realer Bodenwert.
Die Währung sagt:
Hier wurde oder wird fruchtbarer Boden aufgebaut.
Das Terra-Plena-Modell arbeitet mit drei Begriffen:
Diese Begriffe helfen, den mehrjährigen Prozess der Humusbildung abzubilden.
terra pars steht für einen Anteil am entstehenden Humus.
Es ist gewissermaßen das Versprechen:
Hier beginnt ein Prozess, aus dem später Biozyklische Humuserde entstehen soll.
terra libra steht für einen Reife- oder Wertzuwachsanteil.
Nach der Veredelung werden Reifezertifikate ausgegeben.
Zwei terra libra entsprechen zusammen 1 kg Biozyklischer Humuserde.
terra plena ist die abgeschlossene Einheit.
Ein terra plena entsteht aus:
Zusammen ergibt das den Anspruch auf 1 kg Biozyklische Humuserde.
Für TEIKEI ist besonders spannend, diese Logik lokal zu denken.
Ein Hof, ein Abholort, eine Gemeinschaft oder eine Ernährungsregion kann eigene Humusprojekte aufbauen.
Zum Beispiel:
So kann aus Bodenaufbau eine lokale Währung entstehen.
Eine lokale Gemeinschaft könnte sagen:
1 Humus-Einheit entspricht 1 kg veredelter Humuserde.
Diese Einheit kann dann genutzt werden, um lokale Arbeit sichtbar zu machen.
Zum Beispiel:
Wer mithilft, kann Humus-Gutschriften erhalten.
Diese Gutschriften können innerhalb der Gemeinschaft eingesetzt werden.
Eine Humuswährung kann mehrere Dinge gleichzeitig leisten.
Sie kann:
Wichtig ist:
Die Humuswährung ersetzt den Euro nicht vollständig.
Sie ergänzt ihn dort, wo lokale Wertschöpfung sichtbar gemacht werden soll.
Die TEIKEI Agora soll nicht nur Produkte abbilden.
Sie soll Beziehungen, Ernteanteile, Verantwortung und Versorgung sichtbar machen.
Eine Humuswährung passt dazu, weil sie zeigt:
Damit wird Humus nicht nur als Material betrachtet, sondern als gemeinschaftlicher Wert.
Ein normaler Preis fragt:
Was kostet ein Produkt?
Eine Humuswährung fragt zusätzlich:
Welche Bodenfruchtbarkeit entsteht?
Das ist ein großer Unterschied.
Eine Karotte hat dann nicht nur einen Verkaufspreis.
Sie steht in einem Zusammenhang:
Die Humuswährung macht diese Fragen sichtbar.
Auf lokaler Ebene kann eine Humuswährung besonders stark wirken.
Denn dort ist der Zusammenhang direkt sichtbar.
Ein Hof oder Abholort kann zeigen:
Lokale Humuswährung bedeutet:
Der Wert bleibt dort, wo der Boden aufgebaut wird.
Auf regionaler Ebene kann eine Humuswährung mehrere lokale Projekte verbinden.
Zum Beispiel:
Eine regionale Humuswährung kann helfen, Arbeit und Wert zwischen diesen Projekten auszugleichen.
Zum Beispiel:
Ein Hof stellt Fläche bereit.
Ein anderer Hof bringt pflanzliches Material ein.
Eine Gemeinschaft organisiert Pflege.
Ein Abholort übernimmt Kommunikation.
Eine regionale Struktur dokumentiert den Prozess.
Die Humuswährung kann sichtbar machen, wer welchen Beitrag leistet.
Auf nationaler Ebene könnte eine Humuswährung helfen, verschiedene Regionen miteinander zu verbinden.
Dabei geht es nicht darum, lokale Humuswerte zu zentralisieren.
Es geht um Vergleichbarkeit und Ausgleich.
Zum Beispiel:
Die nationale Ebene wäre damit eine Stabilisierungsebene.
Europa-regional wird die Humuswährung besonders interessant, wenn unterschiedliche Klimaräume verbunden werden.
Zum Beispiel:
Eine europa-regionale Humuslogik könnte zeigen:
Wo entsteht Humus?
Wo wird er gebraucht?
Wie wird Bodenaufbau grenzüberschreitend unterstützt?
Wie kann ein Ernteanteil nicht nur Nahrung, sondern auch Bodenfruchtbarkeit finanzieren?
Eine Humuswährung kann direkt mit Ernteanteilen verbunden werden.
Zum Beispiel:
Ein Gemüse-Ernteanteil enthält nicht nur Gemüse.
Er kann auch einen kleinen Anteil Bodenaufbau enthalten.
Das bedeutet:
Mit jedem Ernteanteil wird nicht nur Ernte verteilt, sondern auch Humusaufbau ermöglicht.
Mögliche Modelle:
So wird sichtbar:
Ernährung beginnt nicht bei der Kiste.
Sie beginnt im Boden.
Eine Humuswährung kann auch ein Schutzmechanismus sein.
Sie verhindert, dass alles sofort nur in Euro verglichen wird.
Wenn ein Hof Humus aufbaut, entsteht ein Wert, der im normalen Produktpreis oft nicht sichtbar ist.
Im Supermarktpreis wird selten sichtbar:
Die Humuswährung kann diesen unsichtbaren Wert sichtbar machen.
Technisch könnte eine Humuswährung in einem System wie Cyclos abgebildet werden.
Cyclos kann eigene Währungen, Konten und Transfers darstellen.
Für TEIKEI könnte das bedeuten:
Wichtig ist:
Cyclos wäre dabei nicht die Humuswährung selbst.
Es wäre nur das Werkzeug, um sie sichtbar, übertragbar und nachvollziehbar zu machen.
Die Humuswährung ist nicht die einzige mögliche lokale Währung.
Sie ist ein Modell.
Andere Modelle können sein:
Die Humuswährung hat aber eine besondere Stärke:
Sie ist an Bodenaufbau gebunden.
Damit verbindet sie Geld, Ernährung und Ökologie sehr direkt.
Vor einer praktischen Umsetzung braucht es klare Regeln.
Wichtige Fragen sind:
Diese Fragen müssen sorgfältig geprüft werden.
Eine Humuswährung ersetzt nicht:
Sie ist ein Werkzeug.
Sie wirkt nur, wenn der reale Bodenaufbau tatsächlich stattfindet.
Die Humuswährung macht sichtbar, dass fruchtbarer Boden ein gemeinschaftlicher Wert ist.
Sie kann helfen, Bodenaufbau nicht als Nebensache zu behandeln, sondern als Grundlage der Versorgung.
Im TEIKEI-System kann sie ein Modell sein, um lokale Arbeit, regionale Kooperation und europa-regionale Verantwortung miteinander zu verbinden.
Die wichtigste Aussage ist:
Humus ist nicht nur Erde.
Humus ist gespeicherte Fruchtbarkeit.
Und gespeicherte Fruchtbarkeit kann zur Grundlage einer neuen Form von Währung werden.