Dieser Leitfaden beschreibt den schrittweisen Übergang von produktbezogenen Preisen hin zu gemeinschaftlicher Kostenübernahme ab Hof.
Ausgangspunkt ist die heutige Preislogik je Kilogramm, Kiste oder Ernteanteil.
Ziel ist eine Struktur, in der Höfe stabile Abnahme erhalten und Gemeinschaften die finanziellen Grundlagen ihrer Versorgung gemeinschaftlich tragen.
Die Transformation von Preis je Kilogramm zur Kostenübernahme ab Hof kann nicht auf einmal erfolgen.
Ein Hof braucht zuerst Verlässlichkeit.
Eine Gemeinschaft braucht zuerst nachvollziehbare Mengen, transparente Kosten und einen wiederholbaren Prozess.
Deshalb entsteht die Transformation in mehreren aufeinander aufbauenden Schritten.
Jeder Schritt schafft die Grundlage für den nächsten.
Die folgende Darstellung zeigt den gesamten Zusammenhang in einer Übersicht.
Sie macht sichtbar:
Besonders wichtig ist dabei:
Die Transformation beginnt nicht mit Kostenübernahme am Hof, sondern mit stabiler Abnahme auf der Gemeinschaftsseite.
Erst wenn diese stabil ist, können die folgenden Schritte tragfähig werden.
Die durchgezogenen Pfeile zeigen den schrittweisen Aufbau.
Die gestrichelten Verbindungen machen sichtbar, warum die Reihenfolge entscheidend ist:
Bestimmte Schritte können nicht funktionieren, wenn die vorherigen Grundlagen fehlen.
Im ersten Schritt melden Höfe an, was sie in welchem Monat und in welchen Mengen zur Verfügung stellen können.
Dabei geht es zunächst um die reale Erntefähigkeit des Hofes.
Erfasst werden können zum Beispiel:
Aus diesen Angaben wird sichtbar, wie viele regelmäßige Ernteanteile aus der verfügbaren Ernte gebildet werden können.
Dieser Schritt ist die Grundlage für stabile Abnahme.
Im zweiten Schritt werden aus den verfügbaren Mengen regelmäßige Ernteanteile gebildet.
Diese Ernteanteile werden an Mitglieder ausgegeben.
Dadurch entsteht eine verlässlichere Beziehung zwischen Hof und Gemeinschaft.
Für den Hof bedeutet das:
Für Mitglieder bedeutet das:
In dieser Phase können die Kosten noch produktbezogen oder ernteanteilsbezogen dargestellt werden.
Wichtig ist, dass aus einzelnen Bezügen eine regelmäßige Versorgungsbeziehung entsteht.
Wenn regelmäßige Ernteanteile stabil laufen, kann die Gemeinschaft beginnen, die damit verbundenen Kosten gemeinsam zu tragen.
Dafür werden wiederkehrende Beitragsrunden aufgebaut.
Diese finden in der Regel jährlich statt.
In der Beitragsrunde wird sichtbar gemacht:
Die Frage verändert sich.
Es geht nicht mehr nur darum:
Was kostet ein einzelner Ernteanteil?
Es geht darum:
Wie trägt die Gemeinschaft ihre Versorgung gemeinsam?
Die Beitragsrunde übersetzt sichtbare Kosten in gemeinschaftliche Verantwortung.
Wenn Abnahme, Beteiligung und Beitragsrunden stabil funktionieren, kann der Hof seine finanziellen Bedürfnisse transparenter offenlegen.
Dafür braucht es einen nachvollziehbaren Businessplan.
Darin können sichtbar werden:
Damit verändert sich die Grundlage.
Der Hof wird nicht mehr nur über einzelne Ernteanteile oder Kilopreise betrachtet.
Die Gemeinschaft erkennt den finanziellen Gesamtbedarf, der notwendig ist, damit der Hof seine Produktion verlässlich einbringen kann.
Aus dem transparenten Hofbedarf entsteht die eigentliche Kostenübernahme ab Hof.
Der Hof gibt seine Produktion in die Gemeinschaft.
Die Gemeinschaft deckt den finanziellen Bedarf, der diese Produktion ermöglicht.
Damit wird die landwirtschaftliche Arbeit nicht mehr nur über einzelne Produktmengen getragen.
Gemeinschaftlich getragen werden dann auch:
Die Mitglieder beziehen nicht nur Ernteanteile.
Sie tragen die Bedingungen mit, unter denen diese Ernte entstehen kann.
Wenn Kostenübernahme bei mehreren Höfen stabil funktioniert, kann eine gemeinsame Mischrechnung entstehen.
Dann werden nicht mehr nur einzelne Höfe getrennt betrachtet.
Es wird sichtbar:
Diese Mischrechnung ermöglicht eine größere gemeinsame Versorgungsstruktur.
Unterschiedliche Höfe können mit unterschiedlichen Kulturen, Regionen, Kostenstrukturen und Jahresverläufen Teil eines gemeinsamen Systems werden.
Wenn mehrere Höfe und Gemeinschaften stabil verbunden sind, können größere Beitragsrunden entstehen.
Dann geht es nicht mehr nur um einzelne lokale Beitragsrunden.
Es können landesweite oder europa-regionale Beitragsrunden aufgebaut werden.
Diese globalen Runden bündeln:
Langfristig entsteht so die Perspektive eines gemeinschaftlich getragenen SoLaWi-Systems für Grundnahrungsmittel.
Die Schritte bauen aufeinander auf.
Ohne sichtbare Mengen gibt es keine verlässlichen Ernteanteile.
Ohne regelmäßige Ernteanteile gibt es keine stabile Abnahme.
Ohne stabile Abnahme gibt es keine tragfähige Beitragsrunde.
Ohne tragfähige Beitragsrunden gibt es keine belastbare Kostenübernahme ab Hof.
Ohne stabile Kostenübernahme einzelner Höfe gibt es keine faire Mischrechnung über mehrere Höfe.
Ohne Mischrechnung über mehrere Höfe können keine größeren Beitragsrunden entstehen.
Die TEIKEI Agora kann diesen Transformationsprozess digital unterstützen.
Dazu gehören:
Die Agora ersetzt nicht den gemeinschaftlichen Prozess.
Sie macht ihn nachvollziehbar, strukturierbar und wiederholbar.
Der Transformationsleitfaden beschreibt keinen schnellen Wechsel.
Er beschreibt einen schrittweisen Aufbau.
Ziel ist, Höfen stabile Abnahme zu stabilen Bedingungen zu ermöglichen und Gemeinschaften in die Lage zu versetzen, ihre Versorgung bewusst zu tragen.
Der Weg beginnt mit Preisen je Kilogramm.
Er führt über regelmäßige Ernteanteile und jährliche Beitragsrunden.
Langfristig öffnet er die Möglichkeit, landwirtschaftliche Grundversorgung gemeinschaftlich und europa-regional zu organisieren.