Dieser Workshop bildet die gemeinsame Grundlage für die weiteren Gespräche rund um Ernährungsregionen, gemeinschaftlich organisierte Versorgung und die Rolle des Agora Marktplatzes.
Der Workshop dauert ca. 30–40 Minuten und konzentriert sich auf einige wenige Kernfragen:
Viele Initiativen arbeiten bereits heute an regionaler Versorgung:
Oft funktionieren diese Strukturen lokal sehr gut.
Schwieriger wird es dort, wo Regionen miteinander kooperieren möchten:
bei Logistik, Koordination, Transparenz, gemeinsamer Planung oder europa-regionalen Ergänzungen.
Genau dort entsteht die Frage nach gemeinsamen organisatorischen Grundlagen.
Nicht als zentrale Steuerung.
Sondern als offene Infrastruktur zwischen eigenständigen Regionen.
Eine Ernährungsregion ist kein einzelnes Projekt.
Sie ist ein gemeinsamer Versorgungsraum, in dem unterschiedliche Höfe, Gemeinschaften, Initiativen und Verteilstrukturen miteinander kooperieren.
Dabei bleiben die einzelnen Strukturen eigenständig:
Neu ist die bewusste Verbindung zwischen diesen Strukturen.
Mehr zur Definition:
Ein zentraler Gedanke dieses Workshops ist der Aufbau eines gemeinsamen Produzent:innenstamms innerhalb von Ernährungsregionen.
Das bedeutet:
Produzent:innen, Höfe, Verarbeiter:innen, Abholorte und regionale Initiativen werden sichtbar gemacht und strukturell miteinander verbunden.
Dadurch entsteht eine gemeinsame Grundlage für:
Damit Regionen langfristig miteinander kooperieren können, braucht es außerdem offene Koordinationsstandards.
Dazu gehören insbesondere:
Denn logistische Zusammenarbeit zwischen Regionen wird nur möglich, wenn Informationen strukturiert und nachvollziehbar organisiert werden.
Mehr dazu:
Ein zentraler Teil des Workshops ist das Verständnis dafür, dass gemeinschaftlich organisierte Versorgung nicht nur aus Produkten besteht.
Entscheidend sind drei Ebenen:
Diese Ebenen müssen nachvollziehbar voneinander getrennt und gleichzeitig miteinander verbunden werden.
Dabei stellt sich immer auch die Frage:
Wer hält die Informationen?
Wo liegen die Daten?
Wer organisiert Transparenz und Koordination?
Gerade deshalb spielt die Infrastrukturfrage eine zentrale Rolle.
Der Workshop orientiert sich an zwei grundlegenden Werten.
Der erste Wert ist beidseitige Transparenz.
Nicht nur Mitglieder sollen sehen können, woher Ernteanteile und Produkte kommen.
Auch Produzent:innen sollen nachvollziehen können, wohin ihre Ernteanteile und Produkte gelangen, welche Regionen sie versorgen und welche Beziehungen dadurch entstehen.
Der Agora Marktplatz beschreibt diese Struktur als „Dual Transparency & Traceability“.
Dabei geht es ausdrücklich nicht um Kontrolle, sondern um Beziehung, Orientierung und gegenseitige Sichtbarkeit.
Diese Transparenz umfasst:
Mehr dazu:
Dual Transparency und Traceability
Der zweite zentrale Wert betrifft die Frage, wie Wertschöpfung organisiert wird.
Die FairShare-Rechnung beschreibt eine andere Preisarchitektur innerhalb gemeinschaftlich organisierter Versorgung.
Dabei geht es nicht um einen kleinen Bonus innerhalb bestehender Marktlogiken.
Es geht um die Frage:
Wie muss ein Endpreis aufgebaut sein, damit Landwirtschaft langfristig tragfähig wird?
Die FairShare-Rechnung zeigt beispielhaft, wie durch andere organisatorische Strukturen deutlich höhere Produzent:innenanteile möglich werden.
Grundlagen dafür sind unter anderem:
Für europa-regionale Versorgung wird dabei als grobe Orientierung eine FairShare-Rate von 2,0 beschrieben.
Das bedeutet:
Mindestens 50 % des Endpreises gehen an den Hof.
Bei lokalen oder regionalen Strukturen können deutlich niedrigere FairShare-Raten entstehen — bis hin zu 1,0, wenn Gemeinschaften bestimmte Aufgaben selbst organisieren, etwa die Abholung direkt am Feldrand.
Die FairShare-Rechnung ist deshalb nicht nur eine Kalkulation.
Sie beschreibt eine andere organisatorische Logik von Versorgung.
Mehr dazu:
Der Agora Marktplatz ist kein klassischer Händler und keine zentrale Plattformlogik.
Er ist eine gemeinschaftlich nutzbare Infrastruktur, die Transparenz, Koordination und gemeinschaftlich organisierte Versorgung praktisch unterstützt.
Zu seinen Aufgaben gehören unter anderem:
Die operative wirtschaftliche Verantwortung bleibt dabei bei eigenständigen Höfen, Projekten, Genossenschaften und regionalen Trägerstrukturen.
Mehr dazu:
Dieser Workshop soll ein gemeinsames Grundverständnis schaffen für:
Er bildet damit die Grundlage für die weiteren Gespräche über konkrete regionale Umsetzung, Zusammenarbeit zwischen Initiativen und den Aufbau kooperationsfähiger Ernährungsregionen.