Das Matriarchat bezeichnet eine Gesellschafts- oder Organisationsform, in der Frauen eine zentrale Rolle innerhalb familiärer, sozialer, wirtschaftlicher oder politischer Strukturen einnehmen.
Je nach wissenschaftlicher Disziplin wird der Begriff unterschiedlich verwendet. Manche Forschende unterscheiden zwischen matriarchalen, matrilinearen und matrilokalen Gesellschaften. Gemeinsam ist diesen Ansätzen, dass Verwandtschaft, Verantwortung oder Besitz häufig über die mütterliche Linie organisiert werden.
Für TEIKEI ist das Matriarchat kein Gegenmodell zum Patriarchat im Sinne eines Austauschs der Herrschenden.
Entscheidend ist nicht, ob Männer oder Frauen im Mittelpunkt einer Gesellschaft stehen.
Entscheidend ist vielmehr, welche Qualitäten das Zusammenleben prägen.
Fürsorge, Kooperation, Verantwortung und Vertrauen können sowohl von Frauen als auch von Männern gelebt werden.
Ebenso können Kontrolle, Dominanz und Konkurrenz unabhängig vom Geschlecht auftreten.
Das Matriarchat wird häufig als Gegenbegriff zum Patriarchat verwendet.
Dadurch entsteht leicht die Vorstellung, eine Gesellschaft würde allein dadurch kooperativer oder gerechter werden, dass Frauen die führenden Positionen übernehmen.
Aus Sicht von TEIKEI greift diese Vorstellung zu kurz.
Jeder Mensch wächst innerhalb bestehender gesellschaftlicher Strukturen auf.
Diese Strukturen prägen Werte, Verhaltensweisen und den Umgang mit Verantwortung.
Deshalb verändert sich ein System nicht automatisch dadurch, dass andere Menschen an seine Spitze treten.
Ein System, das auf Herrschaft aufgebaut ist, bleibt ein Herrschaftssystem – unabhängig davon, ob es von Männern oder Frauen geführt wird.
TEIKEI versteht gesellschaftlichen Wandel deshalb nicht als Austausch männlicher gegen weibliche Herrschaft.
Die eigentliche Frage lautet:
Welche Organisationsformen fördern Fürsorge, Kooperation und gemeinsame Verantwortung?
Es gibt ethnologische Forschungen über Gesellschaften, die als matriarchal, matrifokal oder matrilinear beschrieben werden. Einige dieser Gemeinschaften zeichnen sich durch eine starke gemeinschaftliche Verantwortung, Konsensorientierung oder eine zentrale Rolle von Frauen innerhalb der sozialen Ordnung aus.
Gleichzeitig gibt es in der Wissenschaft unterschiedliche Auffassungen darüber, welche Gesellschaften tatsächlich als Matriarchate bezeichnet werden können. Der Begriff ist daher nicht eindeutig definiert.
Für TEIKEI ist diese Unterscheidung jedoch nicht entscheidend.
Im Mittelpunkt steht vielmehr die Frage, welche Qualitäten eine Wirtschaft und eine Gesellschaft hervorbringen.
Fürsorge ist keine weibliche Eigenschaft.
Ebenso wenig ist Herrschaft eine männliche Eigenschaft.
Beides sind menschliche Möglichkeiten.
Jeder Mensch trägt sowohl männliche als auch weibliche Qualitäten in sich.
Ein Mann kann Fürsorge, Beziehung und Kooperation tief verkörpern.
Eine Frau kann ebenso Kontrolle, Dominanz oder Konkurrenz leben.
Deshalb richtet sich der Blick von TEIKEI nicht auf Geschlechter, sondern auf die Qualitäten des Zusammenlebens.
Kooperative Wirtschaft entsteht nicht dadurch, dass Herrschaft ihre Richtung wechselt.
Sie entsteht dort, wo Herrschaft zunehmend durch Verantwortung, Vertrauen und Fürsorge ersetzt wird.
„Wir verändern die Welt nicht dadurch, dass wir gegen das bestehende System kämpfen. Wir verändern sie dadurch, dass wir im Alltag jene Qualitäten leben, aus denen das System entstehen soll, das wir uns wünschen.“