Herrschaft bezeichnet eine Organisationsform, in der Menschen, Gruppen oder Institutionen dauerhaft Entscheidungs- und Gestaltungsmacht über andere Menschen ausüben.
Herrschaft kann auf Gesetzen, Eigentum, Gewalt, Tradition, Wissen, wirtschaftlicher Abhängigkeit oder gesellschaftlicher Anerkennung beruhen. Sie ist zunächst weder gut noch schlecht, sondern beschreibt eine Form der Organisation menschlichen Zusammenlebens.
TEIKEI verwendet den Begriff Herrschaft, um Organisationsformen besser verstehen zu können.
Im Mittelpunkt steht dabei nicht die Frage, wer herrscht, sondern welche Qualitäten eine Gesellschaft und ihre Wirtschaft prägen.
Aus Sicht von TEIKEI entsteht eine kooperative Wirtschaft nicht dadurch, dass Herrschaft lediglich anders verteilt wird, sondern dadurch, dass Verantwortung, Vertrauen, Kooperation und Fürsorge zunehmend die Rolle von Herrschaft übernehmen.
Menschen organisieren ihr Zusammenleben seit Jahrtausenden auf unterschiedliche Weise.
Viele dieser Organisationsformen beruhen auf Herrschaft.
Dabei übernehmen einzelne Personen oder Institutionen dauerhaft die Aufgabe, Entscheidungen zu treffen und Regeln durchzusetzen.
Historisch entstanden auf diese Weise Königreiche, Staaten, Unternehmen, Militärstrukturen, religiöse Institutionen und viele wirtschaftliche Organisationen.
Herrschaft ermöglicht Ordnung.
Sie kann Sicherheit schaffen, Verantwortung bündeln und gemeinsames Handeln koordinieren.
Gleichzeitig birgt sie die Gefahr, dass Macht ungleich verteilt wird und Entscheidungen zunehmend dem Erhalt der eigenen Position dienen.
Aus Sicht von TEIKEI steht deshalb nicht die Ablehnung von Herrschaft im Mittelpunkt.
Entscheidend ist vielmehr die Frage:
Welche Organisationsformen benötigen möglichst wenig Herrschaft, weil Verantwortung gemeinschaftlich getragen werden kann?
Kooperative Wirtschaft bedeutet nicht, dass niemand mehr Verantwortung übernimmt.
Im Gegenteil.
Verantwortung wird sogar wichtiger.
Sie entsteht jedoch weniger durch Kontrolle oder Weisungsbefugnis, sondern durch Beziehungen, Vertrauen, Transparenz und gemeinsame Orientierung.
Deshalb versteht TEIKEI gesellschaftlichen Wandel nicht als Austausch der Herrschenden.
Ein männlicher Herrscher, der durch eine weibliche Herrscherin ersetzt wird, verändert die zugrunde liegende Organisationsform noch nicht.
Solange Herrschaft das tragende Prinzip bleibt, verändert sich zwar möglicherweise die Person an der Spitze, nicht jedoch die Struktur.
Echter Wandel beginnt dort, wo Verantwortung zunehmend aus Beziehung statt aus Kontrolle entsteht und Fürsorge wichtiger wird als Dominanz.
Herrschaft verschwindet dabei nicht zwangsläufig vollständig.
Sie verliert jedoch ihre zentrale Rolle als organisierendes Prinzip einer Gesellschaft.
„Wir verändern die Welt nicht dadurch, dass wir gegen das bestehende System kämpfen. Wir verändern sie dadurch, dass wir im Alltag jene Qualitäten leben, aus denen das System entstehen soll, das wir uns wünschen.“