Das Patriarchat bezeichnet eine Gesellschafts- oder Organisationsform, in der politische, wirtschaftliche, rechtliche oder familiäre Macht überwiegend von Männern oder männlich geprägten Herrschaftsstrukturen ausgeübt wird.
Der Begriff beschreibt zunächst eine historische und gesellschaftliche Organisationsform. Er ist keine Bewertung einzelner Menschen, sondern beschreibt die Art und Weise, wie Verantwortung, Macht und Entscheidungen innerhalb einer Gesellschaft organisiert werden.
Für TEIKEI steht beim Begriff Patriarchat nicht das Geschlecht im Mittelpunkt.
Entscheidend ist vielmehr die Frage, welche Organisationsformen Herrschaft, Kontrolle und Konkurrenz fördern und welche Verantwortung, Kooperation und Fürsorge stärken.
Das Patriarchat dient deshalb nicht als Feindbild, sondern als Ausgangspunkt für das Verständnis unterschiedlicher Wirtschafts- und Gesellschaftsformen.
Der Begriff Patriarchat wird häufig als Gegensatz zum Matriarchat verstanden.
Dadurch entsteht leicht der Eindruck, gesellschaftlicher Wandel bestünde darin, männliche Macht durch weibliche Macht zu ersetzen.
Aus Sicht von TEIKEI greift diese Betrachtung zu kurz.
Die eigentliche Frage lautet nicht:
Wer herrscht?
Sondern:
Wie wird Zusammenleben organisiert?
Historisch entwickelten sich viele Staaten, Rechtssysteme, Wirtschaftsordnungen und Geldsysteme innerhalb patriarchisch geprägter Gesellschaften.
Dadurch entstanden häufig hierarchische Organisationsformen, in denen Eigentum, Kontrolle und Entscheidungsbefugnisse stark gebündelt wurden.
Diese Entwicklung bedeutet jedoch nicht, dass Männer grundsätzlich für diese Strukturen verantwortlich sind oder Frauen diese automatisch überwinden würden.
Jeder Mensch trägt sowohl männliche als auch weibliche Qualitäten in sich.
Ein Mann kann eine ausgeprägte Fähigkeit zu Fürsorge, Kooperation und Beziehung besitzen.
Ebenso kann eine Frau sehr stark durch Konkurrenz, Kontrolle oder Dominanz geprägt sein.
Deshalb versteht TEIKEI das Patriarchat nicht als Konflikt zwischen Männern und Frauen.
Vielmehr beschreibt der Begriff eine Form gesellschaftlicher Organisation, deren grundlegende Logik häufig auf Herrschaft beruht.
Diese Organisationsform wirkt sich auf alle Menschen aus.
Frauen erleben innerhalb patriarchischer Systeme häufig Benachteiligung, eingeschränkte Teilhabe oder Gewalt.
Männer erleben häufig den gesellschaftlichen Druck, ständig leistungsfähig, erfolgreich, konkurrenzfähig und emotional kontrolliert sein zu müssen.
Beide Seiten leiden auf unterschiedliche Weise unter derselben Organisationsform.
Gesellschaftlicher Wandel entsteht deshalb nicht dadurch, dass Männer und Frauen gegeneinander kämpfen oder Herrschaft lediglich neu verteilt wird.
Ein männlicher Herrscher, der durch eine weibliche Herrscherin ersetzt wird, verändert die zugrunde liegende Logik noch nicht.
Aus Sicht von TEIKEI beginnt echter Wandel dort, wo Herrschaft zunehmend durch Verantwortung, Vertrauen, Kooperation und Fürsorge ersetzt wird.
„Wir verändern die Welt nicht dadurch, dass wir gegen das bestehende System kämpfen. Wir verändern sie dadurch, dass wir im Alltag jene Qualitäten leben, aus denen das System entstehen soll, das wir uns wünschen.“