Einstieg und Überblick › Glossar für die Vernetzungssprache · 4 Min. Lesezeit
True Cost Accounting – auch bekannt als Vollkostenrechnung – beschreibt den Versuch, alle real anfallenden Kosten eines Produktes zu erfassen: von ökologischen Auswirkungen über soziale Bedingungen bis hin zu langfristigen Effekten auf Gesundheit, Biodiversität und Gesellschaft.
In der Theorie klingt das überzeugend: Preise sollen nicht nur auf Produktionskosten beruhen, sondern auch die wahren sozialen und ökologischen Kosten abbilden. In der Praxis jedoch ist das eine enorm komplexe Angelegenheit. Eine vollständige True-Cost-Rechnung ist kaum umsetzbar, da sie ein hochaufwändiges System an Datenerhebung, Indikatoren, Gewichtungen und globaler Gerechtigkeitslogik voraussetzen würde – das lässt sich im Alltag eines solidarischen, dezentralen Netzwerks wie TEIKEI schlicht nicht realisieren.
Stattdessen geht TEIKEI einen pragmatischen und ehrlichen Weg:
Diese Form der Vollkostenrechnung ist ein solidarischer Akt: Sie entsteht aus dem Miteinander von Landwirt:innen, Organisator:innen, Logistikpartnern, Entwickler:innen und allen, die sich für das System einsetzen. Die Preise entstehen aus echter Kommunikation – nicht aus Marktbeobachtung.
Statt abstrakter Marktpreise bildet TEIKEI die Preise auf Basis konkreter, realer Kosten. Dabei zählen:
Entscheidend ist: Alle Kostenpunkte werden offen gelegt und gemeinsam kalkuliert – mit dem Ziel, eine solidarische, tragfähige Wirtschaft zu ermöglichen.
TEIKEI verzichtet bewusst auf klassische Margenmodelle. Stattdessen fragen wir: Was braucht es, damit alle Beteiligten auf lange Sicht gut arbeiten können? Das führt zu Preisen, die nicht künstlich aufgebläht sind – sondern echten Bedürfnissen entsprechen.
Diese Haltung ist zentral für das Verständnis von Wirtschaft bei TEIKEI: Nicht der maximal mögliche Gewinn steht im Mittelpunkt, sondern der reale Bedarf.
Die aktuelle Praxis von TEIKEI im Bereich der Vollkostenrechnung ist das Ergebnis einer intensiven Auseinandersetzung im Rahmen einer Masterarbeit (extern), die gemeinsam mit dem Netzwerk durchgeführt wurde. In diesem Prozess wurde nicht nur das Konzept von True Cost Accounting tiefgehend untersucht, sondern auch die Praxis von TEIKEI kritisch beleuchtet.
Das Ergebnis: Das Modell von TEIKEI – insbesondere die TEIKEI-Agora – schneidet in Bezug auf Transparenz, Fairness und Klarheit der Preisbildung sehr gut ab. Es zeigt sich, dass ein gemeinwohlorientiertes System, das auf realen Bedürfnissen statt auf Margen basiert, in der Lage ist, die Grundidee von True Cost Accounting praxisnah und wirksam umzusetzen.
Gleichzeitig wurde in der Arbeit deutlich, dass ein vollständiges True Cost Accounting – mit all seinen ökologischen, sozialen und ökonomischen Variablen – methodisch extrem komplex und im Alltag nicht umsetzbar ist. Die notwendige Datenerhebung und Auswertung würde weit über das hinausgehen, was in einem lebendigen Netzwerk wie TEIKEI praktikabel ist.
Deshalb geht TEIKEI den Weg der vereinfachten, aber ehrlichen Vollkostenrechnung:
Nicht als wissenschaftliches Ideal, sondern als tragfähiges Werkzeug – und mit der Klarheit, dass dieser Ansatz aus einem fundierten Entwicklungsprozess entstanden ist und sich im Alltag bewährt.
Die Analyse im Rahmen der Masterarbeit bestätigt, dass das TEIKEI-Modell – exemplarisch am Beispiel des TEIKEI-Olivenöls – einen messbaren ökologischen Nettonutzen generiert. Laut der vorliegenden Berechnung entsteht durch die regenerative Landwirtschaft und die faire, transparente Wertschöpfungskette ein ökologischer Nutzen von 13 Cent pro Liter Olivenöl. Dieses Ergebnis unterstreicht, dass TEIKEI nicht nur auf ideeller Ebene, sondern auch anhand belastbarer Indikatoren einen Beitrag zur Gemeinwohlökonomie leistet. Gleichzeitig zeigt die Untersuchung, dass eine vollständige True Cost Accounting-Systematik im Alltag zu komplex ist – TEIKEI wählt daher bewusst einen pragmatischen Weg: eine vereinfachte, aber fundierte Vollkostenrechnung, die reale Bedürfnisse abbildet und für die Praxis handhabbar bleibt.
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Von Felix Schröder, mit Unterstützung von KI (ChatGPT)
Erstellt am 31. März 2025 · Zuletzt aktualisiert am 11. Oktober 2026
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