TEIKEI Netzwerk › Züchter:innen, Höfe und Produzent:innen › Saatgut und Züchtung · 3 Min. Lesezeit
ProSpecieRara ist eine Schweizer Stiftung. Sie setzt sich seit 1982 dafür ein, dass gefährdete Kulturpflanzen und Nutztierrassen überleben. Ihr Grundsatz: Vielfalt bleibt nur erhalten, wenn sie genutzt wird.
Diese Seite fasst öffentlich zugängliche Angaben der Stiftung zusammen (Stand Oktober 2026). ProSpecieRara ist eine unabhängige Organisation.
| Rechtsform | Stiftung |
| Gegründet | 1982 |
| Hauptsitz | Wildegg im Kanton Aargau, seit Februar 2025 |
| Weitere Standorte | Chambésy (Westschweiz), San Pietro (Tessin) |
| Pflanzen | über 5700 Sorten: Gemüse, Ackerpflanzen, Kartoffeln, Obst, Beeren, Reben, Weiden, Zierpflanzen, Kräuter und Heilpflanzen |
| Tiere | 42 Rassen aus neun Tiergattungen |
| Deutschland | ProSpecieRara Deutschland, gemeinnützige GmbH, seit 2011 |
In der Samenbibliothek lagert Saatgut von über 1700 seltenen Gemüse-, Acker- und Zierpflanzensorten. Jede Sorte ist zusätzlich an einem zweiten Ort gesichert.
Über 500 ehrenamtliche Sortenbetreuer:innen bauen diese Sorten im eigenen Garten an, ernten die Samen, reinigen sie und senden sie zurück. Sie wurden dafür in Samenbaukursen ausgebildet. Jeder Eingang und jeder Ausgang wird in einer Datenbank erfasst, damit sich der Weg der Samen nachvollziehen lässt.
Der regelmäßige Anbau ist gewollt. Genbanken frieren Saatgut ein. ProSpecieRara hält den Anbau für wichtig, damit das Wissen erhalten bleibt und sich die Sorten an veränderte Bedingungen anpassen können.
Sorten, von denen weniger als zehn Portionen keimfähiges Saatgut vorhanden sind, stehen auf der Roten Liste und werden gezielt angebaut. Für anspruchsvolle Kulturen übernehmen Fachbetriebe wie Sativa Rheinau die Erhaltungszüchtung, jährlich für rund 15 Sorten.
Rund 2500 Obstsorten wachsen auf über 15 000 Bäumen in über 150 Obstgärten, meist bei Privatpersonen. Jede Sorte soll auf sechs Bäumen an mindestens drei Standorten stehen.
Die 42 Rassen werden von Züchter:innen und Zuchtvereinen erhalten. Für fast jede Rasse gibt es einen eigenen Verein, der das Zuchtbuch führt, Tiere vermittelt und Halter:innen berät.
Gütesiegel. Seit 2005 gibt es ein Gütesiegel. Es bestätigt, dass ein Produkt aus seltenen Sorten oder Rassen stammt und dass sich die Produzent:innen um deren Erhaltung kümmern. Erhalten können es:
Zugang. Über den Sortenfinder lassen sich Sorten und Bezugsmöglichkeiten finden. Eine Karte der Vielfalt zeigt, wo es Produkte gibt und wer welche Rasse hält.
Märkte. Seit dem Jahr 2000 gibt es einen Setzlingsmarkt in Wildegg, zu dem über 10 000 Besucher:innen kommen.
Zusammenarbeit. Seit 1999 arbeitet die Stiftung mit Coop zusammen, einem ihrer wichtigsten Partner.
ProSpecieRara sucht Menschen, die Sorten betreuen oder Tiere seltener Rassen halten: Sorten retten und Rassen retten.
↑ Eine Ebene höher: Saatgut und Züchtung
Von Felix Schröder, mit Unterstützung von KI (Claude)
Erstellt am 10. Oktober 2026 · Zuletzt aktualisiert am 11. Oktober 2026
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