In vielen Organisationen gilt Kontrolle als Voraussetzung für Verlässlichkeit.
Je größer eine Organisation wird, desto häufiger entstehen Regeln, Berichte, Genehmigungen, Prüfungen und Kontrollmechanismen.
Die dahinterliegende Annahme lautet:
Menschen handeln nur dann verantwortungsvoll, wenn sie ausreichend kontrolliert werden.
TEIKEI stellt diese Annahme nicht grundsätzlich infrage.
Aber TEIKEI stellt eine andere Frage:
Was geschieht, wenn Verantwortung zum Ausgangspunkt wird und Kontrolle nur noch dort eingesetzt wird, wo sie wirklich notwendig ist?
Kontrolle kann hilfreich sein.
Sie kann Fehler sichtbar machen.
Sie kann Missbrauch verhindern.
Sie kann Orientierung geben.
Sie ersetzt jedoch keine Verantwortung.
Ein Mensch kann sich vollständig an alle Regeln halten und dennoch keinerlei Verantwortung für die Folgen seines Handelns übernehmen.
Ebenso kann ein Mensch sehr verantwortungsvoll handeln, obwohl ihn niemand kontrolliert.
Kontrolle beschreibt deshalb vor allem ein äußeres System.
Verantwortung beginnt dagegen im Inneren eines Menschen.
Menschen übernehmen Verantwortung selten deshalb, weil sie dazu gezwungen werden.
Sie übernehmen Verantwortung, wenn sie sich mit einer Aufgabe, einer Gemeinschaft oder einem Menschen verbunden fühlen.
Je stärker diese Beziehung wird, desto weniger Kontrolle wird häufig notwendig.
Aus diesem Grund beginnt TEIKEI nicht bei der Frage:
Wie können wir Menschen besser kontrollieren?
Sondern:
Wie entstehen Beziehungen, in denen Menschen Verantwortung übernehmen möchten?
Weitere Gedanken dazu finden sich im Glossarbeitrag Beziehung.
TEIKEI versteht Kontrolle nicht als grundsätzlich falsch.
In vielen Situationen ist sie notwendig.
Zum Beispiel:
Die Frage lautet deshalb nicht:
Kontrolle oder Verantwortung?
Sondern:
Welche Form der Kontrolle unterstützt Verantwortung – und welche ersetzt sie?
Kontrolle sollte Verantwortung stärken.
Nicht verdrängen.
In klassischen Organisationen besteht Führung häufig darin, Aufgaben zu verteilen und deren Umsetzung zu kontrollieren.
In einer kooperativen Organisation verändert sich diese Rolle.
Führung bedeutet immer weniger:
und immer stärker:
Führung wird dadurch nicht schwächer.
Sie verändert ihren Charakter.
Der Unterschied zwischen Führung durch Anerkennung und Führung durch Herrschaft wird im Beitrag Autorität und Herrschaft vertieft.
Verantwortung bedeutet nicht Beliebigkeit.
Damit Menschen Verantwortung übernehmen können, brauchen sie:
Transparenz ersetzt Kontrolle nicht.
Sie schafft jedoch die Grundlage dafür, dass Kontrolle immer seltener notwendig wird.
Aus Sicht von TEIKEI entsteht eine kooperative Wirtschaft nicht dadurch, dass immer ausgefeiltere Kontrollsysteme aufgebaut werden.
Sie entsteht dort, wo Menschen Verantwortung freiwillig übernehmen, weil sie sich als Teil eines gemeinsamen Zusammenhangs verstehen.
Verantwortung wächst aus Beziehung.
Kontrolle wächst häufig aus Misstrauen.
Beides kann nebeneinander bestehen.
Die entscheidende Frage lautet jedoch:
Welche Qualität bildet das Fundament unseres Handelns?
Oft wird angenommen, weniger Kontrolle führe zwangsläufig zu Chaos.
TEIKEI macht eine andere Erfahrung.
Je stärker Verantwortung gemeinsam getragen wird,
Kontrolle bleibt möglich.
Sie wird jedoch zum unterstützenden Werkzeug und nicht zum tragenden Organisationsprinzip.
Wie müsste eine Organisation gestaltet sein, damit Menschen Verantwortung übernehmen möchten und Kontrolle nur noch dort nötig wird, wo sie dem gemeinsamen Ganzen dient?
„Verantwortung wächst aus Beziehung. Kontrolle wächst häufig aus Misstrauen. Eine kooperative Wirtschaft versucht deshalb nicht, Kontrolle immer weiter auszubauen, sondern Bedingungen zu schaffen, unter denen Verantwortung wachsen kann.“